Unter der Zuckerkrankheit leiden schätzungsweise neun Prozent der Weltbevölkerung. Diabetes ist keine einheitliche Erkrankung, eher ein Symptom, dessen Hauptmerkmal die Hyperglykämie (erhöhter Blutzuckerspiegel) ist. Diabetes mellitus (griechisch süsser Harnfluss) ist noch nicht heilbar. Ziel ist eine gute Blutzuckerkontrolle.

Als Ursache kommt eine eingeschränkte Insulin-Ausschüttung der beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse oder eine verminderte Empfindlichkeit der Zellen (Resistenz) für Insulin infrage.

Die Symptome, welche man auch für einen unerkannten Diabetes kennen sollte, sind: gesteigertes Durstgefühl, Harndrang, Müdigkeit, Reizbarkeit, Gewichtsverlust, wiederkehrende Hauterkrankungen und eben ein erhöhter Blutzuckerspiegel im Blut mit einer starken Glucose-Ausscheidung im Urin.

Notfallsituationen sind eine Dehydrierung (Wasserverlust des Körpers) durch das viele Urinlösen, gerötete Wangen und Hyperventilation aufgrund einer Ketoazidose, Azetongeruch in der Atemluft, eine gestörte Wahrnehmung durch Unterzuckerung (Hypotonie), Schock und Koma.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Diabetes Typ 1 und Typ 2. Typ 1 ist eine Autoimmunkrankheit mit einer genetischen Veranlagung. Auslösende Faktoren können Umwelteinflüsse sein. Am häufigsten erkranken Kinder zwischen zehn und 14 Jahren, meist akut und schnell. Diabetes Typ 1 muss lebenslang mit Insulin (-Analoga) behandelt werden.

Diabetes mellitus Typ 2 oder «Altersdiabetes» ist eine ansteigend verlaufende Stoffwechselerkrankung mit chronisch erhöhtem Blutzucker. Mit 85 bis 95 Prozent die häufigste Form der Zuckerkrankheit. Auslöser sind neben dem Alter Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, also das metabolische Syndrom.

Die Basis der Behandlung von Diabetes Typ 2 sind lebensstilveränderte Massnahmen: Gewichtskontrolle, Ernährung, Bewegung und die Vorbeugung von Folgeerkrankungen. Diese sind dramatisch: Netzhautveränderung am Auge bis zur Blindheit, Niereninsuffizienz, Neuropathie (Erkrankung der peripheren Nervensystem an Füssen und Händen). Dazu kommen koronare Herzerkrankungen inklusive Bluthochdruck und Blutfette, bis zu arteriellen Verschlusskrankheiten mit Schlaganfall.

Glücklicherweise gibt es neben der Lebensstilveränderung sehr gute Therapieoptionen für die Behandlung von Diabetes Typ 2: Metformin, Sulfonylharnstoffe, SGLT-2-Inhibitoren, DPP-4-Inhibitoren, GLP-1-Agonisten und Insulin (-Analoga). Die Aufzählung soll nur die Vielfalt zeigen.

Als Begleittherapie eignen sich B-Vitamine, Coenzym Q10, Magnesium, Zink, Chrom, Vitamin C, Liponsäure, Bitterstoffe und Galaktose (unvollständige Aufzählung).

Je früher ein Diabetes erkannt, desto niedriger die Folgeerkrankungen. Und wie immer: vorbeugen ist besser als heilen.