Was ist eigentlich Stress?
Stress ist an sich nichts Schlimmes, sondern die natürliche Antwort unseres Körpers auf eine Herausforderung. Wenn wir etwas als bedrohlich, dringlich oder überfordernd empfinden, schaltet unser Nervensystem in den Alarmmodus: Der Puls steigt, die Muskeln spannen sich an, der Kopf wird klar. Das ist hilfreich, wenn wir schnell reagieren müssen, beispielsweise um vor einer Gefahr zu flüchten. Problematisch wird Stress erst, wenn dieser Ausnahmezustand zum Dauerzustand wird.
Medizinisch gesehen wird Stress ausgelöst über die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse. Registriert das Gehirn eine Stresssituation, schüttet der Hypothalamus ein Hormon aus, welches die Hypophyse zur Freisetzung von ACTH anregt. Dieses wiederum stimuliert die Nebennierenrinde zur Produktion von Cortisol. Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel kann Auswirkungen haben auf das Immunsystem, den Stoffwechsel sowie auf kognitive Funktionen wie Gedächtnis und Konzentration. Deshalb ist Stress ein wichtiges Signal unseres Körpers, auf das man hören sollte.
Typische Symptome bei dauerhaftem Stress:
- Müdigkeit und Erschöpfung, trotz ausreichendem Schlaf
- Verspannungen und Muskelschmerzen (besonders in Nacken, Rücken, Kiefer)
- Kopfschmerzen oder Migräne
- Herzklopfen oder erhöhter Puls
- Schlafstörungen (Ein- oder Durchschlafprobleme)
- Magen-Darm-Beschwerden (z. B. Übelkeit, Durchfall, Reizdarm)
- Häufige Infekte durch ein geschwächtes Immunsystem
- Zittern, Schwitzen oder innere Unruhe
- Reizbarkeit, Ungeduld oder plötzliche Wutausbrüche
- Ängstlichkeit
- Stimmungsschwankungen
- Gefühl von Überforderung oder Hilflosigkeit
- Konzentrationsprobleme
- Vergesslichkeit
- Gedankenkreisen oder Grübeln
- Entscheidungsschwierigkeiten
Unsere 10 Tipps gegen Stress
| Atemübungen | Die 4-7-8-Technik (4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden halten, 8 Sekunden ausatmen) wirkt dem Stress direkt entgegen. |
| Bewegung an der frischen Luft | Schon 10 Minuten zügiges Gehen bauen überschüssiges Adrenalin ab. |
| Regelmässiger Sport | Ausdauersport senkt nachweislich den Cortisolspiegel und verbessert die Stressresilienz. |
| Schlafhygiene | Feste Schlafenszeiten und eine Bildschirmpause vor dem Zubettgehen unterstützen die Erholung. |
| Meditation | Meditieren (auch nur 10 Minuten täglich) kann die Stressreaktivität nachweislich reduzieren. |
| Kleine Pausen machen | Bewusst den Blick vom Bildschirm nehmen, aus dem Fenster schauen. Kleine Pausen helfen, aus dem Stressmodus auszusteigen. |
| Prioritäten setzen | Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit sortieren, um Überforderung vorzubeugen. |
| Grenzen setzen | Lernen, «Nein» zu sagen und Aufgaben zu delegieren, verhindert langfristig eine Überforderung. |
| Professionelle Unterstützung | Bei anhaltendem oder belastendem Stress kann ein Gespräch mit einer Fachperson helfen (z. B. Ärztin/Arzt, TherapeutIn). |
| Hilfe aus der Apotheke | Pflanzliche Arzneimittel mit Baldrian oder Passionsblume werden traditionell bei Unruhezuständen und Einschlafstörungen eingesetzt. Magnesium sowie die Vitamine B1, B2, B6 und B12 tragen zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei. |
Unser Apotheken-Teams beraten Sie gerne persönlich zum Thema Stress.