Aus noch nicht vollständig geklärten Gründen leiden Betroffene unter Ekzemen, welche schubweise eine nässende Entzündung hervorbringt. Dies befeuert einen Juckreiz-Kratz-Zyklus, welcher zu einer schlechten Schlafqualität, verminderter Konzentration in der Schule oder bei der Arbeit, möglichen Stigmatisierungen und allenfalls auch einer Überforderung der Eltern oder des sozialen Umfeldes führen kann. Durch die gestörte Hautbarriere ist auch die natürliche, mikrobielle Hautflora gestört und es kann zu Hautpilzerkrankungen oder anderen Infektionen kommen.

Falls bekannt, soll ein auslösender Faktor («Trigger») soweit möglich vermieden werden. Wichtig ist in erster Linie, die gestörte Hautbarriere mit rückfettenden, harnstoffhaltigen Salben und hautschonender Reinigung zu unterstützen. Zudem hilft es, luftige Kleidung mit «sanften» Fasern wie Baumwolle oder Seide zu tragen. Des Weiteren können entzündungs- und juckreiz-hemmende Arzneimittel zur Behandlung der betroffenen Hautstellen verordnet werden. Bei infizierten Kratzwunden können Cremes oder Sprays mit Wundheilmittel zum Zug kommen. Je nach Diagnose kann ein Hautarzt auch auf das gesamte Immunsystem wirkende Arzneimittel verschreiben.

  • Eine Neurodermitis zeigt sich meist in den ersten Lebensmonaten als → Milchschorf Kinder und Erwachsene:
  • Geflecktes und fein-schuppendes Ekzem, insbesondere im Gesicht, am Hals, im Nacken und in den Beugefalten der Arme und Beine.
  • Starker Juckreiz-Kratz-Zyklus. Kinder zeigen oft aufgekratzte Körperstellen.

Bei schweren Ekzemen:

  • Krusten- und Flechten-Bildung, Knoten, Vernarbungen und Pigmentflecken

Zur medizinischen Diagnose werden sowohl die Symptome, Allergien als auch die medizinische Vorgeschichte der Familie geprüft.

Man nimmt an, dass verschiedene Faktoren, darunter auch vererbbare, zu einer gestörten Hautbarriere mit allergischer Reaktion in der Haut führen. Neurodermitis- Schübe einer atopischen Dermatitis können durch eine Vielzahl möglicher Trigger ausgelöst werden (von allergie-auslösenden Pollen bis zu Stresssituationen).

Circa jedes siebte Kind ist von Neurodermitis betroffen. Bei vielen kommt es zwar zu einer spontanen Abheilung im Erwachsenenalter. Dennoch kommt es bei einem Drittel im Erwachsenenalter zu wiederaufflammenden Ekzemen oder auch zu Neuerkrankungen.

  • Vermeiden Sie aktives und passives Rauchen.
  • Stillen stärkt das Immunsystem Ihres Kindes in den ersten Lebensmonaten, falls Sie dies können/wollen.
  • Beginnen Sie früh mit der täglichen Hautpflege von Neugeborenen.
  • Klären Sie mögliche Allergien medizinisch ab.
  • Achten sie auf verträgliche Kosmetika und hautschonende aber regelmässige Pflege (z.B. mit Syndets).

Schon gewusst?

Neurodermitis …

  • ist auch unter den Namen «atopische Dermatitis», «atopisches Ekzem» oder «endogenes Ekzem» bekannt.
  • ist eine der häufigsten Hauterkrankungen bei Kindern.
  • kann zusammen mit Ekzemen an den Augenliedern, Handinnenflächen und Fusssohlen auftreten.