Ein wirksames Mittel gegen hohe Kosten

Jeden Monat flattert die Krankenkassenrechnung ins Haus, und viele ärgern sich über die hohen Prämien. Sich zu ärgern, ist das eine – aktiv zur Stabilisierung der Kosten beizutragen, das andere. Werfen wir einen genaueren Blick auf die Gründe für die Kostenexplosion.

Zum einen sehen wir eine klare Mengenausweitung: Immer mehr Menschen suchen ärztliche Hilfe, und auch die Zahl der ambulanten Spitalaufenthalte steigt stetig. Zum anderen schreitet der medizinische und pharmazeutische Fortschritt voran. Diagnosen werden exakter, Therapien besser und Medikamente wirksamer – aber auch teurer. Hinzu kommt die höhere Lebenserwartung. Immer mehr ältere Menschen benötigen über längere Zeiträume hinweg aufwendige Behandlungen. Auch die Anspruchshaltung der Bevölkerung spielt eine Rolle. Gesundheit wird als höchstes Gut angesehen – koste es, was es wolle. Zudem beobachten wir eine zunehmende Entsolidarisierung. Der ursprüngliche Versicherungsgedanke geht verloren: Viele vertreten die Haltung, dass sie alles, was sie mit ihrer Prämie bezahlen, auch „zugut“ haben.

All diese Faktoren verursachen hohe Kosten. Deshalb sind Sparmassnahmen notwendig. Im Bereich der Medikamente, die zwar nur 11,7 Prozent der Gesamtkosten, aber über 21 Prozent der Krankenkassenkosten ausmachen, gibt es zwei besonders wirksame Ansätze: die Förderung der Therapie-Mitarbeit, auch Compliance genannt, und der vermehrte Einsatz von Generika. Auf die Bedeutung der Compliance möchte ich heute etwas näher eingehen.

Von Compliance spricht man, wenn Patientinnen und Patienten ihre Medikamente korrekt und über den vorgesehenen Zeitraum hinweg einnehmen. Dadurch lassen sich Rückfälle und damit verbundene Folgekosten vermeiden. Besonders bei chronisch kranken Menschen ist das entscheidend, da ihnen im Verlauf der Zeit häufig die Motivation zur Einhaltung des Therapieplans verloren geht – vor allem dann, wenn keine unmittelbare Wirkung spürbar ist. Die Nichteinhaltung einer Therapie kann sich ganz unterschiedlich zeigen: Manche Patientinnen und Patienten lehnen die vom Arzt empfohlene Behandlung innerlich ab, lösen das Rezept gar nicht erst ein, verwechseln die Medikamente, dosieren zu hoch oder zu tief, halten die vorgeschriebene Dauer und Einnahmefrequenz nicht ein oder entsorgen das Arzneimittel ungebraucht.

Solche Verhaltensweisen führen nicht nur zu erhöhten Behandlungskosten, sondern auch zu zusätzlichen Belastungen für das Gesundheitswesen, etwa durch Arbeitsausfälle. Um das zu verhindern, ist es entscheidend, dass Patientinnen und Patienten umfassend über ihre Krankheit und die entsprechende Behandlung informiert sind. Stellen Sie Fragen, wenn Sie etwas nicht verstehen. Melden Sie Schwierigkeiten oder Nebenwirkungen Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apothekerin, Ihrem Apotheker. Denn nur wer eine Therapie versteht und akzeptiert, ist auch bereit, sie konsequent durchzuführen.