Aufgaben des Blutes: Wie das Transportsystem den Körper versorgt

Um sich vorzustellen, welche Leistung das Blut täglich erbringt, hilft ein kleines Gedankenexperiment: Schliessen Sie die Augen für 60 Sekunden. Wenn Sie sie wieder öffnen, hat Ihr Blut ungefähr einmal den gesamten Körper durchflossen. Pro Tag zirkuliert das Blut mehr als 1000 Mal durch das Gefässsystem und erreicht dabei jede Körperzelle, vom Kopf bis zu den Zehenspitzen. Diese Geschwindigkeit ist lebenswichtig, denn das Blut übernimmt zahlreiche Aufgaben. Es transportiert Sauerstoff und Nährstoffe zu allen Organen und Geweben, nimmt Kohlendioxid auf und bringt es zur Lunge, wo es ausgeatmet wird. Abfallstoffe werden zu Leber und Niere transportiert, um ausgeschieden zu werden. Als Teil des Immunsystems hilft das Blut, Krankheitserreger abzuwehren. Zusätzlich reguliert es die Körpertemperatur und sorgt dafür, dass sich Wunden nach Verletzungen wieder schliessen.

 

5 Fakten über Blut 

  • Rund 5–6 Liter Blut fliessen durch den Körper eines Erwachsenen.
  • Legt man alle Blutgefässe aneinander, ergibt sich eine Gesamtlänge von etwas 100‘000 Kilometern.
  • Das Herz pumpt täglich rund 7500 Liter Blut durch den Körper.
  • Pro Sekunde werden über 2 Millionen neue Blutzellen gebildet.
  • In einem Tropfen Blut befinden sich bis zu 500‘000 Abwehrzellen, die Krankheitserreger bekämpfen.

 

Blutzusammensetzung: Die Rolle von Plasma und Blutzellen

Jeder Tropfen Blut enthält verschiedenste Zellen und gelöste Stoffe, die gemeinsam dafür sorgen, dass alle Abläufe im Körper reibungslos funktionieren. Die flüssige Basis bildet das Blutplasma: Eine gelbliche Flüssigkeit, die zu rund 90 Prozent aus Wasser besteht. Sie macht etwa 55 Prozent des gesamten Blutvolumens aus. Im Plasma schwimmen Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Zucker, ausserdem Abwehrstoffe und Gerinnungsfaktoren. Die übrigen 45 Prozent des Blutes bestehen aus den festen Bestandteilen, den Blutzellen. Sie lassen sich in drei Gruppen einteilen, die jeweils ganz eigene Aufgaben übernehmen:

Rote Blutkörperchen (Erythrozyten): transportieren Sauerstoff von der Lunge zu den Geweben und Kohlendioxid in die umgekehrte Richtung.

Weisse Blutkörperchen (Leukozyten): spüren als Abwehrzellen Krankheitserreger auf und machen sie unschädlich.

Blutplättchen (Thrombozyten): sorgen dafür, dass Blutungen gestoppt und Wunden verschlossen werden.

 

Warum ist Blut rot?

Die Farbe verdankt das Blut dem Blutfarbstoff Hämoglobin in den roten Blutkörperchen. Hämoglobin enthält Eisen und bindet Sauerstoff. Sobald es Sauerstoff aufnimmt, erscheint das Blut hellrot, sauerstoffarmes Blut wirkt dunkler. An der Farbe lässt sich also erkennen, wie viel Sauerstoff das Blut gerade transportiert. ((Ende Kasten))

 

Individuelles Kennzeichen: die Blutgruppen

Blut ist nicht bei jedem Menschen gleich, es kann in verschiedene Gruppen eingeteilt werden. Diese entstehen durch bestimmte Merkmale auf den roten Blutkörperchen. Die Blutgruppen werden mit den Buchstaben A, B, AB und 0 gekennzeichnet. Zusätzlich gibt es den Rhesus-Faktor, der entweder auf der Oberfläche der Erythrozyten vorhanden ist oder fehlt und mit einem Plus (+) oder Minus (-) angegeben wird. In der Schweiz haben rund 41 Prozent der Bevölkerung die Blutgruppe A: 45 Prozent Blutgruppe 0:  41 Prozent. Blutgruppe B: ca. 9 Prozent und Blutgruppe AB: ca. 5 Prozent . (Quelle Blutspende SRK Schweiz)

Blutgruppen sind besonders wichtig bei Bluttransfusionen: Spender und Empfänger müssen zusammenpassen, sonst kann es zu gefährlichen Abwehrreaktionen kommen. 

 

Blick ins Blut: das Blutbild

Kaum eine Körperflüssigkeit verrät so viel über den Gesundheitszustand wie das Blut. Schon mit einer einzigen Blutprobe können Ärztinnen und Ärzte zahlreiche Werte bestimmen. In der Regel werden dafür 1-50 Milliliter Blut entnommen. Eine Menge, die der Körper problemlos ersetzt. Dabei lassen sich entweder einzelne Werte messen oder z.Bsp. ein kleines bzw. grosses Blutbild erstellen. Das kleine Blutbild gibt Informationen über Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten.

So lassen sich eine Blutarmut (Anämie) sowie Infektionen oder Störungen der Blutgerinnung erkennen. 

Das grosse Blutbild enthält zusätzlich eine genaue Aufschlüsselung der Leukozyten (Differenzialblutbild) und gibt Hinweise auf Infektionen, Entzündungen, Allergien oder bestimmte Blutkrankheiten.

Wichtige Blutwerte

Protein in den roten Blutkörperchen; transportiert Sauerstoff; ein niedriger Wert deutet auf eine Anämie hin, das Blut kann dann weniger Sauerstoff zu den Organen bringen

gibt den Anteil der Blutzellen am Gesamtvolumen des Blutes an; ein hoher Wert kann auf Flüssigkeitsmangel oder zu viele rote Blutkörperchen hinweisen, ein niedriger Wert auf Blutarmut

zu wenige rote Blutkörperchen können zu Müdigkeit und Leistungsabfall führen, zu viele machen das Blut zähflüssiger und verschlechtern die Durchblutung

ein hoher Wert der weissen Blutkörperchen deutet auf eine hohe Aktivität des immunsystems hin, ein niedriger Wert kann ein geschwächtes Immunsystem zeigen. 

zu wenige Blutplättchen erhöhen das Blutungsrisiko, zu viele das Risiko für Blutgerinnsel (Thrombosen)

Ist der „Feuermelder“ resp. ein Eiweiss, das bei Entzündungen oder Gewebeverletzungen im Blut ansteigt. Es hilft Infektionen und Entzündungen schnell zu erkennen und deren Verlauf zu überwachen

zeigt, wie gut der Körper Zucker verarbeitet; ein zu hoher Wert kann auf Diabetes oder Stoffwechselstörungen hinweisen

LDL ist das „schlechte“ Cholesterin, das Gefässablagerungen begünstigt, HDL das „gute“, das die Gefässe schützt; ein ausgewogenes Verhältnis senkt das Herz-Kreislauf-Risiko

zeigt, wie gut die Nieren arbeiten; ein erhöhter Wert kann auf eine eingeschränkte Nierenfunktion hinweisen

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