Erreger und Übertragung
RSV steht als Abkürzung für das menschliche Respiratorische-Synzytial-Virus. RS-Viren verursachen hauptsächlich im Winterhalbjahr Erkältungen, grippeartige Erkrankungen und Bronchiolitis. Sie führen oft zu Hospitalisationen. In der Schweiz sind derzeit drei Impfstoffe gegen RSV für Personen ab 60 Jahren erhältlich.
Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt durch Tröpfchen bei engem Kontakt, wobei Bindehaut und Nasenschleimhaut häufig die Eintrittspforten bilden. Eine Übertragung ist teilweise auch via Aerosole - feine, in der Luft verteilte Partikel (Staub oder Flüssigkeitströpfchen), die durch natürliche oder menschliche Prozesse entstehen - sowie indirekt von kontaminierten Gegenständen und Oberflächen über die Hände möglich.
Die Ansteckungsfähigkeit besteht in der Regel bereits einen Tag vor Auftreten von Symptomen über eine Dauer von drei bis acht Tagen. Sie erreicht ihren Höhepunkt während der ersten Tage der Erkrankung.
Krankheitsbild
Die Inkubationszeit von der Ansteckung bis zum Krankheitsbeginn dauert zwei bis acht Tage. Während dieser Zeit hat man noch keine Symptome.
Danach zeigen sich Symptome wie Schnupfen, Husten, Fieber, Müdigkeit und oft auch eine Bindehautentzündung. Manchmal kommt es in der Folge als Zusatzinfektion zu einer bakteriellen Mittelohrentzündung.
Bei Erwachsenen kann RSV gelegentlich einen länger anhaltenden, trockenen Husten verursachen. Meist ist diese Altersgruppe nur von einer Erkältung mit relativ milden Krankheitssymptomen betroffen.
Ältere Menschen sowie Patientinnen und Patienten mit einer Immunschwäche können bei einer RSV-Infektion einen schweren Krankheitsverlauf und eine Lungenentzündung entwickeln, welcher häufig zu einer Hospitalisierung führt.
Verbreitung und Häufigkeit
RSV ist weltweit verbreitet. RSV-Infektionen verursachen jährliche Epidemien in der kalten Jahreszeit zwischen Spätherbst und Anfang Frühjahr. In der Schweiz tritt üblicherweise im Rhythmus von zwei Jahren jeweils eine stärkere Epidemie auf.
Vorbeugung
Eine spezifische Therapie gegen RS-Viren existiert nicht, aber in vielen Fällen kann mit symptomatischen Therapien der Verlauf gemildert werden. Eine RSV-Infektion hinterlässt keine bleibende Immunität und darum kann das Virus Personen jeden Alters erneut anstecken.
Empfehlung zur Impfung und Immunisierung gegen das RS-Virus für ältere Personen ab Alter 75. Oder für Personen ab Alter 60 mit Risikofaktoren bzw. bestimmten Vorerkrankungen für schweren Verlauf und Komplikationen (Impfung für Risikogruppen).
(Quelle: Bundesamt für Gesundheit BAG)
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