Die Wechseljahre der Frau umfassen deutlich mehr als nur die bekannte Menopause. Der Begriff «Menopause» bezeichnet ausschliesslich die letzte Regelblutung einer Frau und stellt lediglich eine Phase innerhalb der Wechseljahre dar, geprägt von einer Umstellung des Hormonhaushalts in den Eierstöcken. Insgesamt werden bei der Frau vier Phasen unterschieden:
- Prämenopause (geschlechtsreif*)
- Perimenopause (abnehmende Östrogenbildung bis zum permanenten Ausbleiben des Eisprungs)
- Menopause (letzte Regelblutung)
- Postmenopause (keine Regelblutungen mehr; der Östrogenspiegel ist dauerhaft vermindert)
* bei einer gesunden Ffrau
Die Veränderungen, insbesondere während der Perimenopause, beruhen auf einer schrittweisen hormonellen Umstellung. Dabei nimmt vor allem die Bildung der Östrogene in den Eierstöcken ab. Mit der Zeit kommt es zum Ausbleiben des Eisprungs, bis die Hormonproduktion in den Eierstöcken schliesslich weitgehend zum Erliegen kommt.
Die Wechseljahre können bei Frauen ab dem 40. Lebensjahr beginnen. Die Menopause tritt durchschnittlich im Alter von etwa 52 Jahren ein. Insgesamt können die Wechseljahre somit bis zu 15 Jahre andauern.
Die hormonellen Veränderungen können eine Vielzahl von Beschwerden verursachen. Typische Symptome sind unter anderem: Zyklusunregelmässigkeiten, Hitzewallungen und nächtliche Schweissausbrüche, emotionale Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen. Konzentrationsstörungen und Müdigkeit, Schlafstörungen, Veränderungen von Haut, Haaren und Schleimhäuten, Scheidentrockenheit, verändertes Sexualempfinden, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Harninkontinenz, Kopfschmerzen oder Migränen, Gelenkschmerzen, Brustspannen, spürbare Herzschläge und Gewichtsveränderungen gehören ebenfalls zu den möglichen Beschwerden.
Auch der männliche Körper unterliegt hormonellen Veränderungen, die als «Andropause» bezeichnet werden. Im Gegensatz zur Frau gibt es beim Mann keinen klar definierten Zeitpunkt, da die nachlassende Produktion von Geschlechtshormonen, insbesondere des Testosterons, langsam und kontinuierlich erfolgt. Die hormonellen Veränderungen sind nicht an ein einzelnes Ereignis wie die letzte Regelblutung gebunden und verlaufen daher meist weniger abrupt. Beim Mann sind die Symptome typischerweise: Libidoverlust, Müdigkeit, Schlafstörungen Nervosität, Depression, Hitzewallungen und nächtliche Schweissausbrüche.
Die Diagnose von Wechseljahrbeschwerden erfolgt in der Regel im Rahmen einer ärztlichen Abklärung. Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und richten sich nach den individuellen Beschwerden. Zum Einsatz kommen unter anderem pflanzliche Arzneimittel, komplementärmedizinische Verfahren, Hormontherapien sowie weitere medikamentöse Behandlungsoptionen, die einzelne Symptome lindern können.
Relevanz
Etwa ein Drittel aller Frauen leiden unter schweren Wechseljahrbeschwerden.
Was Sie tun können
Was Sie selbst nebst möglichen Therapieformen tun können:
- Ein ausgewogener Lebensstil mit ausreichend körperlicher Aktivität und gesunder Ernährung.
- Kein oder geringer Alkohol- und Nikotinkonsum
- Reduzieren von Stress
- Beim Leiden an Hitzewallungen: Wärme vermeiden
- Auf eine regelmässige und gute Schlafroutine achten
- Haut pflegen und unterstützen
- Soziale Kontakte pflegen
Schon gewusst
Es gibt nebst den klassischen Symptomen auch längerfristige Risiken in der Postmenopause:
- Verlust an Knochendichte, Osteoporose, erhöhtes Knochenbruchrisiko
- Erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko: Herzinfarkt, Schlaganfall
Disclaimer
Sind Sie nicht sicher, ob diese Beschwerden auf Sie zutreffen? Wenden Sie sich an eine Apothekerin oder an einen Apotheker oder lassen Sie Ihre Symptome von einer Ärztin oder einem Arzt detailliert abklären.