Egal ob Klein-, Gross- oder Patchworkfamilie – das Leben mit Kindern ist turbulent, jeden Tag anders und fast immer umwerfend schön. Doch manchmal fühlt es sich an, als hätte man gerade das Matterhorn bestiegen: Die Batterien sind schlichtweg leer. Dann ist es höchste Zeit, innezuhalten und neue Kraft zu schöpfen. Dafür braucht es gar nicht viel – ein paar Minuten am Tag genügen meist schon, um wieder besser mit den täglichen Anforderungen Schritt halten zu können. Langfristig ist es sinnvoll, Aufgaben anders zu verteilen, um Überlastungen zu vermeiden. Diese Ideen können Ihnen dabei helfen, sich selbst wieder mehr in den Fokus zu rücken:

Tipp #1 Mini-Auszeiten einplanen

Was sich sofort und überall umsetzen lässt, sind kleine Ruhepausen zwischendurch. Das kann eine Tasse Tee am Morgen sein, die Sie ganz für sich geniessen, wenn die Kinder in der Kita oder in der Schule sind. Wie wäre es zudem mit ein paar bewussten Atemzügen zwischendurch? Auch Nichtstun wirkt Wunder im durchgetakteten Alltag: Schauen Sie ein paar Minuten aus dem Fenster und lassen Sie die Gedanken schweifen. Noch ein Trick, um auf Entspannung umzuschalten: die 4-7-8-Atmung. Dafür atmen Sie vier Sekunden ruhig ein, halten den Atem für sieben Sekunden an und atmen dann acht Sekunden lang aus. Wiederholen Sie dieses Atemmuster drei- bis viermal.

Ein Ehepaar geht mit einem kleinen Kind am Waldrand spazieren

Typ #2 Ab nach draussen!

Bauklötze fliegen durchs Zimmer, Tränen fliessen – wenn es drinnen mal wieder laut zu und hergeht, wirkt Bewegung an der frischen Luft Wunder. Das kann ein Spaziergang im Park, eine Velotour oder ein Besuch auf dem Spielplatz sein. Der Perspektivwechsel löst Spannungen und macht den Kopf frei. Hinzu kommt: Die Kinder können sich austoben und zu Hause kehrt schneller Ruhe ein.

Tipp #3 Mehr schlafen: Geht nicht? Geht doch!

Nachtruhe ist für Eltern ein kostbares Gut – vor allem mit kleinen Kindern kommt sie häufig zu kurz. Deshalb gilt: Versuchen Sie, so viel Schlaf wie möglich zu bekommen. Denn nur so kann Ihr Körper alle notwendigen Regenerationsprozesse durchlaufen, die Ihnen tagsüber Energie und Leistungsfähigkeit schenken. Gehen Sie beispielsweise früher ins Bett, auch wenn nicht alles erledigt ist. Sind Ihre Kinder klein und halten noch Mittagsschlaf? Dann nutzen Sie diese Zeit, um sich selbst hinzulegen. Lassen Sie die Spülmaschine dafür ruhig warten – ausgeruht gelingt Ihnen die Arbeit später umso leichter.

Tipp #4 Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen

An Arzttermine, Geburtstagsgeschenke und Verabredungen denken – häufig bleibt diese Aufgabe an den Müttern hängen. Aktuell oft diskutiert, steht der Begriff «Mental Load», also «mentale Last», für das «Mitdenken für alle». Dies kann mit der Zeit zur Überforderung führen. Was dagegen hilft? Besprechen Sie regelmässig anstehende Aufgaben mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin, zum Beispiel im Rahmen einer wöchentlichen Familienkonferenz, bei der auch ältere Kinder aktiv einbezogen werden. Überlegen Sie: Wer kann was übernehmen? Wer muss an was denken? Das reduziert den Gedankenstau im Kopf und hilft Ihnen, sich nicht für alles verantwortlich zu fühlen.

Fröhliches Ehepaar sitzt auf dem Sofa und hält lachendes Kind im Arm

Tipp #5 Lachen nicht vergessen

Eine der schönsten und einfachsten Möglichkeiten, neue Energie zu tanken, ist gemeinsames Lachen. Kitzelspiele, lustige Geschichten erzählen, mit den Kindern zu ihrem Lieblingssong durchs Wohnzimmer tanzen – albern zu sein, hilft, alles gleich etwas leichter zu nehmen. Denn: Lachen setzt Glückshormone frei und reduziert Stress. Das tut nicht nur Ihnen, sondern der gesamten Familie gut.

Eine Frau sitzt in der Küche am Tisch und schreibt in ein Notizbuch

Tipp #6 Wünsche erkennen und in die Tat umsetzen

Nur wer seine eigenen Bedürfnisse kennt, kann sich selbst auch gerecht werden. Fragen Sie sich als Mutter oder Vater daher: Was tut mir gut? Was wünsche ich mir? Nehmen Sie sich Zeit, Antworten darauf zu finden, denn oft ist Eltern zunächst einmal gar nicht bewusst, welche Wünsche sie haben. Schreiben Sie Ihre Gedanken dazu ruhig auch auf, das hilft, zu sortieren, was Ihnen wirklich wichtig ist. Überlegen Sie dann, wie sich Ihre Anliegen trotz vollem Alltag umsetzen lassen. Kann der Partner oder die Partnerin die Kinder einmal pro Woche ins Bett bringen? Können Grosseltern oder Nachbarn Sie unterstützen? Planen Sie Ihre persönlichen Bedürfnisse fest ein und halten Sie sie genauso ein wie eine Verabredung Ihres Kindes.