Kaum ist ein Infekt überstanden, kündigt sich der nächste an: Gerade kleine Kinder haben oft mit Schnupfen, Husten und Halsweh zu kämpfen. Im Schnitt durchlaufen sie acht Erkältungen pro Jahr. Das klingt nach viel – ist aber normal. Denn sie und ihr Immunsystem müssen erst lernen, sich hygienisch zu verhalten respektive sich gegen die Vielzahl an Erregern zu wehren. Für Eltern heisst das: mitfühlen, trösten und mit Lösungen zur Hand sein, wenn der Kopf brummt, die Nase läuft oder der Appetit fehlt.
Halsschmerzen lindern
«Mami, mein Hals tut weh!» – das ist oft der erste Satz, wenn bei Kindern eine Erkältung im Anmarsch ist. Denn die meisten Atemwegsinfekte entstehen durch Viren, die über kleinste Tröpfchen unter anderem durch Sprechen, Husten oder Niesen auf die Schleimhäute von Rachen oder Nase übertragen werden. Das Kratzen im Hals geht häufig mit Kribbeln in der Nase und Frieren einher. Ihr Kind ist quengelig, müde und fiebert womöglich leicht. Neben Ruhe und Geborgenheit ist Trinken dann besonders wichtig. Wasser und warmer Tee – bei Kindern über 1 Jahr auch mit etwas Honig gesüsst – helfen, den Flüssigkeitsverlust bei Erkältungen auszugleichen. Halsschmerzen lassen sich ab 4 Jahren mit Sprays lindern. Diese enthalten reizlindernde und desinfizierende Stoffe, die einen Film auf der Schleimhaut bilden.
Die Nase befreien
Bei einer Infektion und Entzündung von Nase und Rachen, schwillt die Schleimhaut an und bildet vermehrt Schleim. Die Nase beginnt zu laufen, kann aber auch verstopfen, wenn sich das Sekret staut. Dadurch fällt das Atmen schwer, vor allem nachts. Nasensprays auf Meersalzbasis wirken befeuchtend und erleichtern das Abfliessen des Schleims. Sitzt dieser fest, können abschwellende Nasentropfen in altersgerechter Dosierung helfen. Sie sollten jedoch nicht länger als sieben Tage und nur unter Aufsicht eines Erwachsenen angewendet werden. Auch Inhalieren
lindert die Beschwerden. Besonders gut eignen sich Vernebler, die Kochsalzlösung in feinste Tröpfchen (Aerosole) zerstäuben. So erreicht die Lösung auch die unteren Atemwege. Ein weiteres Plus: Die Geräte arbeiten mit kaltem Wasser – Verbrühungen wie bei Dampfinhalationen drohen nicht.
Husten behandeln
Befallen Viren die Atemwege der Lunge, kann Husten entstehen – entweder trockener Reizhusten oder «produktiv» mit Schleimbildung. Reizhusten lindern bei Kindern ab 4 Jahren
Hustensirupe oder Arzneitees mit reizlindernden Eigenschaften. Bei produktivem Husten ist es wichtig, zähen Schleim zu lösen, um das Abhusten zu erleichtern. Dabei helfen ab 6 Jahren pflanzliche Arzneimittel zum Beispiel mit Efeu oder Thymian.
Fieber senken oder nicht?
Leichtes Fieber ist bei Kindern meist kein Grund zur Sorge, mit Ausnahme von Säuglingen. Die erhöhte Temperatur unterstützt den Körper dabei, Krankheitserreger zu bekämpfen. Entscheidend ist der Allgemeinzustand: Wirkt das Kind munter, muss das Fieber in der Regel nicht gesenkt werden. Bei deutlichem Unwohlsein können in ärztlicher Absprache fiebersenkende Mittel ab einem Alter von 6 Monaten helfen. Wichtig dabei ist, exakt die ärztliche Anweisung einzuhalten!
Hier ist ärztliche Hilfe angezeigt:
- wenn Ihr Kind jünger als 3 Monate ist und Husten oder leichtes Fieber hat
- bei starken Schmerzen (z.B. Ohrenschmerzen)
- bei zusätzlichen Anzeichen wie: Atemnot, bläulicher Verfärbung der Haut und/oder anderen Atemproblemen, hohem Fieber, wenn das Kind nicht mehr essen und trinken will (auch Gewichtsabnahme), teilnahmslos oder schwach wirkt (schlechter Allgemeinzustand), sowie bei blutigem Auswurf
- bei bellendem Husten oder stark und lang andauernden Hustenanfällen
- wenn sich die Beschwerden verschlimmern oder nach einigen Tagen nicht bessern
Erkältungen vorbeugen - so geht's
Ein starkes Immunsystem hilft Kindern, gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Diese einfachen Massnahmen unterstützen den Körper:
- Bewegung an der frischen Luft
- Genügend Schlaf: Kleinkinder sollten 11 bis 14 Stunden schlafen, Schulkinder 9 bis 11 Stunden
- Frische, ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten
- Regelmässiges Händewaschen
- Gut lüften, am besten mehrmals täglich für ein paar Minuten