Zugegeben: Es ist gar nicht so leicht, sich zurückzuhalten, wenn einem auf Schritt und Tritt unwiderstehliche Genüsse begegnen: Morgens lockt der Bäcker an der Ecke mit Schoggibrötchen zum Aktionspreis. Mittags fragen die Kollegen, wer alles Pizza mitbestellt. Und abends gibt’s erst ein warmes Essen mit der Familie; dann noch Chips vor dem Fernseher … Wer will und kann sich schon bremsen, so lange Genuss in Überfluss vorhanden ist? Und genau da liegen das Problem und die Ursache der sogenannten Zivilisationskrankheiten: Allzu viel ist ungesund. Und was heute noch unwiderstehlich schmeckt, landet morgen auf den Hüften und belastet auf lange Sicht das Gesundheitskonto.
Wer also schlechte Essgewohnheiten mit einem passiven Lebensstil kombiniert, läuft Zivilisationskrankheiten geradezu in die Arme. Das kann zum Beispiel beginnen mit einer erworbenen Insulinresistenz, aus der sich ein Typ-2-Diabetes entwickelt. Betroffene haben anfangs meist keine Beschwerden oder ignorieren erste Krankheitssymptome. Folgende Symptome können Hinweise für eine Diabeteserkrankung sein: vermehrter Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit sowie Infektanfälligkeit. Bei manchen wird ein erhöhter Blutzucker erst festgestellt, wenn bereits eine mit dem Diabetes in Zusammenhang stehende Folgeerkrankung aufgetreten ist, z.B. schlechte Blutfettwerte oder Bluthochdruck. Diese Faktoren bedingen und verstärken sich gegenseitig und können zu den Folgeerkrankungen Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall führen.
Was steckt dahinter?
Typ-2-Diabetes wurde früher auch Altersdiabetes genannt, weil vorwiegend Senioren daran erkrankten. Heute trifft es immer mehr Menschen in der ersten Lebenshälfte. Der Hauptgrund ist eine Fehlernährung mit vielen Kohlenhydraten in Form von einfachem Zucker. Dieser ist in Produkten enthalten, die wir im Supermarkt bedenkenlos einkaufen. Es kann überraschen, bei wie vielen Produkten Zucker auf der Zutatenliste auftaucht. Dabei werden Einfachzucker z.B. als Glukose (Traubenzucker) oder Fructose (Fruchtzucker) bezeichnet, was gesünder klingt, als sie sind. Vor allem in industriell zubereiteter Nahrung wie Fertiggerichten, Nudel- oder sonstigen Fertigsalaten, Saucen, Softgetränken und selbstverständlich Gebäck und Süssigkeiten steckt jede Menge Zucker.
Der Körper braucht zwar Kohlenhydrate, um Energie für Muskel- und Gehirnarbeit zur Verfügung zu stellen. Wer Diabetes hat, sollte aber besser langsam sättigende Kohlenhydrate zu sich nehmen. Sie stecken z.B. in Vollkorngetreide, Naturreis und Hülsenfrüchten. Im Verdauungstrakt müssen diese erst noch in ihre Zuckerbausteine zerlegt werden, die dann nach und nach ins Blut übergehen. Normalerweise sorgt das von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttete Insulin dafür, dass der Zucker aus dem Blutstrom für die Körperzellen verfügbar wird. Bei Diabetes Typ 2 sind die Zellen aber dagegen resistent und können den Zucker nicht ausreichend aufnehmen oder es kann gar zu wenig Insulin vorhanden sein. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel an. Wird er nicht gesenkt – etwa durch körperliche Aktivität –, kann das zu einer schwerwiegenden Hyperglykämie und im schlimmsten Fall bis zum lebensgefährlichen diabetischen Koma führen. Einfachzucker sind deswegen problematisch, weil sie besonders rasch ins Blut übergehen und den Zuckerspiegel schneller erhöhen als Zwei- und Mehrfachzucker.
Risiko für Folgeerkrankungen
Diabetes führt meist auch zu Durchblutungsstörungen. Hohe Zuckerwerte und ungünstige Blutfettwerte erhöhen das Risiko für eine Arteriosklerose, auch Arterienverkalkung genannt – die Gefässe sind verengt und es kann zu einem Arterienverschluss kommen. Sind davon die Herzkranzgefässe betroffen, die den Herzmuskel durchbluten, kommt es dort zu einem Sauerstoffmangel, und es kann ein Herzinfarkt folgen. Ein Gefässverschluss, von dem das Gehirn betroffen ist, kann zu einem Schlaganfall
führen.
Lebensstiländerung als Schlüssel zur Prävention
Ich achte künftig mehr auf Qualität und weniger auf Quantität.
Ich schaue mich um, welche Sportprogramme es in meiner Nähe gibt, die mir Spass machen könnten. Vielleicht finde ich auch Freunde, die mich motivieren, bei der Stange zu bleiben.
Ich nehme mir vor, mit dem Rauchen aufzuhören und weniger Alkohol zu trinken.