In den Schweizer Wäldern trägt eine von 100 Zecken das Virus. Zecken können in der gesamten Schweiz unterhalb von 1’500 m ü. M. vorkommen.

Das FSME-Virus kann nicht direkt bekämpft werden. Behandelt werden lediglich allfällige Symptome. Man kann einer FSME jedoch effektiv mit der Zeckenimpfung vorbeugen. Diese eignet sich für Kindern ab einem Alter von drei Jahren und Erwachsenen, die sich oft in der Natur aufhalten. In den meisten Fällen verläuft eine Infektion mit dem FSME-Virus harmlos. Nach ca. zwei Wochen kann sich jedoch bei etwa einem Drittel der Infizierten eine erste Krankheitsphase mit grippeähnlichen Beschwerden zeigen. Nach ein paar symptomfreien Tagen kann es zu einer zweiten, schwereren Krankheitsphase u.a. mit hohem Fieber kommen. Daraus können bleibende Schäden hervorgehen und im schlimmsten Fall kann die Erkrankung tödlich enden.

Nach 10–14 Tagen:

Erhöhte Temperatur, Kopf- und Gliederschmerzen

Nach weiteren 20 Tagen:

Hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Nackensteifigkeit

Mögliche Langzeitbeschwerden sind Müdigkeit, Bewusstseins- und Wahrnehmungsstörungen oder Lähmungserscheinungen.

Das Virus ist relativ schwer nachweisbar. Deshalb wird zur Diagnose nach sog. Antikörpern gesucht, also Eiweisse, welche unser Immunsystem zur Bekämpfung des Virus ausschüttet.

Zecken tragen das FSME-Virus in der Speicheldrüse, weshalb dieses nach einem Zeckenstich rasch in unsere Blutbahn übergeht.

  • Bei etwa 10 % der Erkrankten kommt es zu einem Befall verschiedener Organe. Falls das Nervensystem betroffen wird, spricht man von einer Hirnhautentzündung (folglich «Enzephalitis»)
  • Etwa ein Drittel der Hirnhautentzündungen haben Langzeitbeschwerden zur Folge
  • Ca. 1 % der Betroffenen stirbt an einer FSME

In der Schweiz schwanken die Fallzahlen zwischen 100 und 250 Fällen pro Jahr, Tendenz stark steigend.

  • Mit der Zeckenimpfung beugen Sie einer FSME-Erkrankung vor.
  • Meiden Sie möglichst das Unterholz von Wäldern sowie direkten Kontakt mit hohem Gras und Sträuchern. Laufen Sie möglichst in der Mitte von Waldwegen.
  • Suchen Sie Ihren Körper nach jedem Aufenthalt in der Natur, vor allem im Wald, nach Zecken ab. Entfernen Sie Zecken sofort und fachgerecht.
  • Tragen Sie bedeckende Kleidung und geschlossene Schuhe. Es gibt Zeckenschutzmittel, sogenannte «Repellents», welche Zecken abstossen. Tragen Sie diese auf unbedeckte Hautstellen und/oder Kleidung auf.

FSME versus Borreliose; Was sind die wichtigsten Unterschiede?

 FSME - Infektion mit 
dem FSME-Virus
 
Borreliose - Infektion mit dem 
Bakterium Borrelia burgdorferi
Mögliche erste
Anzeichen
 
Grippeähnliche Symptome
nach 10-14 Tagen

 
Wanderröte: Bei einem Teil der
Infizierten zeigt sich nach ca. 
1 Woche ein ausbreitender roter
Ring um die Stichstelle.
 
Kann man 
behandeln?
 
Lediglich 
Symptombehandlung
 
Ärzte können Antibiotika gegen
Borreliose verschreiben
 
Kann man impfen?
 
Ja
 
Nein
 
Wichtig!
 
Zeckenimpfung und sich
nach Zecken absuchen
 
Zecken sofort entfernen und
Stichstelle und -datum 
dokumentieren
 

Schon gewusst?

Um eine Infektion möglichst zielgerichtet zu behandeln, ist es absolut zentral, zwischen Viren und Bakterien unterscheiden zu können. Dies sind die grundlegendsten Unterschiede:

VirenBakterien
"Biologischer"
Unterschied
Viren müssen eine geeignete
Wirtszelle infizieren, um zu
überleben.
Bakterien sind lebende Organismen
(Einzeller) und können sich potentiell
ausserhalb eines Wirts vermehren.
Mögliche
Infektionswege
Tröpfchen-, Schmier- oder
Kontaktinfektionen → Die
Verbreitung kann bei Viren
potentiell extrem schnell sein
Ebenfalls Tröpfchen-, Schmier- oder
Kontaktinfektionen → Gewisse
Bakterien können über Jahre bei
unwirtlichen Bedingungen überdauern
Kann man sie
bekämpfen?

Für gewisse Viren (z.B. das
Herpes-simplex-virus) gibt es
sogenannt antivirale Wirkstoffe,
welche direkt die Vermehrung
eines bestimmten Virus hemmen.
Diese müssen ärztlich verschrieben werden.
Antibiotika hemmen Bakterien direkt.
Jedoch jeweils nur gewisse Bakterien.
Diese müssen ärztlich verschrieben
werden, da bei unsachgemässer
Anwendung Bakterien resistent werden
können.
Kann man
impfen?

Teilweise ja; z.B. bei Influenza- oder
Polioviren
Ebenfalls z.T. ja; beispielsweise Tetanus
Beispiele
Erkältungen, Grippe, FSME
Bakterielle Lungen- und Mittelohrentzündungen,
Borreliose

Impfungen in Apotheken sind kantonal reglementiert und sind generell bei Kindern unter 16 Jahre, oder wenn sie ein Risiko darstellen können, nicht zulässig. Bitte besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, falls Impfung in Ihrer Region gar nicht, oder nur unter bestimmten Umständen in der Apotheke möglich sind.

Hilfe aus der Apotheke
Gesunde Erwachsene können sich in allen Kantonen in der Apotheke gegen FSME impfen lassen. Finden Sie Ihre TopPharm Apotheke für die Zeckenimpfung. Gerne beraten wir Sie in Ihrer TopPharm Apotheke zum fachgerechten Entfernen von Zecken.
Lassen Sie sich gegen Zecken impfen

Sind Sie nicht sicher, ob diese Krankheit auf Sie zutrifft, wenden Sie sich an eine Apothekerin oder an einen Apotheker oder lassen Sie Ihre Symptome von einer Ärztin oder einem Arzt detailliert abklären.