Einmal ist immer das erste Mal. Das gilt auch für die Liebe. Sie löst intensive Gefühle aus und wirbelt die Hormone durcheinander. Es ist wie eine Fahrt auf der Achterbahn: Das Herz klopft, die Knie sind weich, die Hände schweissnass – einfach unglaublich aufregend. Jugendliche machen ihre ersten Erfahrungen mit Sex in unterschiedlichem Alter. Wichtig ist, dass sich beide dazu bereit erklären, wenn der gefühlt passende Zeitpunkt dafür gekommen ist.
Bevor es so weit ist, schwirren einige Fragen im Kopf herum: Wie fühlt es sich an? Und kann ich beim ersten Mal schon schwanger werden? Dieses Risiko besteht tatsächlich – ganz egal, wo und wie Liebe gemacht wird. Jugendliche und ihre Eltern sollten sich deshalb gut über Verhütung informieren. Dazu gehört auch Safer Sex, also der Schutz vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Wer sich vorbereitet und schützt, kann beim ersten Mal an anderes denken als an ein mögliches Infektionsrisiko. Beim Thema Verhütung gilt die Devise: so sicher und einfach wie möglich.
Verhütungsmethoden im Überblick
Der «Gummi» für den Mann ist ein zuverlässiges Verhütungsmittel und mit ein wenig Übung einfach in der Anwendung. Das Kondom besteht aus einer Latex- oder Kunststoffhülle und wird vor dem Geschlechtsverkehr über den erigierten Penis abgerollt. Kondome sind die einzigen Verhütungsmittel, die nicht nur eine Schwangerschaft verhindern, sondern auch vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. Für Jugendliche eignen sie sich besonders, da sie hormonfrei sind. Kondome können jedoch allergische Reaktionen gegen das Latex oder andere Bestandteile auslösen. Zudem können sie bei unsachgemässer Anwendung – zum Beispiel mit Schmuck oder spitzen Fingernägeln – beschädigt werden.
Auf den ersten Blick wirkt es cool: Das Hormonpflaster gibt es in unterschiedlichen Designs, die einem Tattoo gleichen. Für Jugendliche ist es aber nicht die beste Wahl, da es, im Vergleich zur Pille, eine deutlich höhere Östrogendosis abgibt, was gesundheitliche Probleme verursachen kann. Das Verhütungspflaster ist rezeptpflichtig und muss wöchentlich erneuert werden. Die Hormonspritze schützt drei Monate lang vor einer Schwangerschaft, ist aber für Jugendliche und junge Frauen nicht zugelassen. Der Wirkstoff kann sich bei Jugendlichen negativ auf den Knochenaufbau auswirken.
Die rezeptpflichtige Antibabypille schützt in der Regel zuverlässig vor einer ungewollten Schwangerschaft. Das Medikament verhindert durch die Abgabe von Hormonen den Eisprung und sorgt dafür, dass sich der Schleim am Gebärmutterhals verdickt, was die Spermien bremst. Die Einnahme erfordert Disziplin: Die Tablette muss jeden Tag, möglichst zur gleichen Zeit, geschluckt werden. Es gibt unterschiedliche Arten von Pillen. Auch hier ist eine ärztliche Beratung erforderlich, um herauszufinden, ob und welche Pille am besten passt.
Hände waschen, den Vaginalring zusammendrücken und in die Scheide einführen: Das Verhütungsmittel gibt Hormone ab, was eine Schwangerschaft verhindert. Der Ring bleibt drei Wochen in der Scheide, danach nimmt man ihn heraus und pausiert eine Woche. Während dieser Zeit sollte die Monatsblutung einsetzen. Im Anschluss kann ein neuer Ring eingefügt werden. Eine ärztliche Beratung ist erforderlich, um herauszufinden, ob dies eine passende Option für die Anwenderin ist.
Die kleine T-förmige Spirale wird von einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen direkt in die Gebärmutter eingesetzt. Dort kann sie drei bis fünf Jahre bleiben. Sie gibt das Hormon Gestagen ab, was den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut hemmt und den Schleim im Gebärmutterhals verdickt. Die Samenzellen werden dadurch gestoppt. Weiter gibt es hormonfreie Kupferspiralen sowie die neuartigeren Kupferperlenbälle – und spezielle Modelle für Jugendliche. Bei dieser Verhütungsmethode besteht allerdings das Risiko einer Eileiterentzündung.
Diese Methode verlangt viel Selbstverantwortung. Die natürliche Empfängnisverhütung stützt sich auf den Menstruationszyklus ab. Ungeschützter Geschlechtsverkehr ist nur an unfruchtbaren Tagen möglich. Verschiedene Hilfsmittel wie etwa der Zykluscomputer unterstützen die Kontrolle. Für Jugendliche birgt diese Methode jedoch Risiken, da ihr Zyklus noch instabil ist. Deshalb sollte ergänzend immer ein Kondom verwendet werden.
Das Kunststoffstäbchen gilt als zuverlässige Methode für die Langzeitverhütung. Es wird unter lokaler Betäubung am Oberarm unter die Haut gesetzt, wo es bis zu drei Jahren das Hormon Gestagen abgibt. Das Implantat lässt den Hormonspiegel ansteigen, was besonders für Jugendliche belastend sein kann. Auch hier ist entsprechend eine ärztliche Beratung angezeigt.
Es handelt sich um ein leicht gewölbtes Teil aus Latex oder Silikon, das vor dem Geschlechtsverkehr, ähnlich wie ein Tampon, in die Scheide eingelegt wird. Vor dem Einführen füllt man es mit Spermizid, einem Präparat, das die Samen abtötet. Es kann bis zu 24 Stunden in der Vagina bleiben. Nach dem Geschlechtsverkehr sollte es weitere acht Stunden nicht entfernt werden, um einen sicheren Schutz zu bieten. Sein Vorteil: Es ist hormonfrei. Allerdings braucht es Übung, bis es mit dem Einführen klappt. Für Jugendliche ist diese Methode deshalb anspruchsvoll, und es kann zudem ein Brennen am Scheideneingang auftreten.
Nach einer Verhütungspanne kann die «Pille danach» eine ungewollte Schwangerschaft verhindern, indem der Eisprung durch die in der Pille enthaltenen Hormone verzögert wird. Das Medikament ist am wirksamsten, wenn es möglichst bald nach dem Sex eingenommen wird. Es kann nach einem persönlichen Beratungsgespräch ohne Rezept in der Apotheke gekauft werden.
Tipps für Eltern
Jugendliche kommen heute bereits als Kinder mit sexuellen Inhalten in Kontakt. Je früher sie aufgeklärt sind, desto besser können sie sich später schützen. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern das Thema Sexualität ansprechen – auch wenn es anspruchsvoll ist.
- Zeigen Sie Interesse am Leben der Jugendlichen und suchen Sie das Gespräch. Ein Spaziergang oder eine Autofahrt eignen sich gut, um über Tabuthemen zu sprechen, da man sich nicht in die Augen schaut.
- Sprechen Sie über Verhütungsmittel oder geben Sie entsprechendes Informationsmaterial ab. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind Zugang zu diesem Wissen hat. Unter anderem bieten auch die TopPharm Apotheken Beratungsgespräche für Jugendliche zum Thema Verhütung an. Wenn Jugendliche sich schützen, können sie erste lustvolle und selbstbestimmte Erfahrungen machen.
- Respektieren Sie, wenn Ihr Kind das Gespräch verweigert. Üben Sie keinen Druck aus. Signalisieren Sie jederzeit Gesprächsbereitschaft, sodass Ihr Kind weiss, dass Sie bei Problemen da sind.