Eine gesunde Blase ist essenziell für einen unbeschwerten Alltag und eine ruhige Nacht. Alles rund um das sensible Organ.

Die Blase gleicht einem Ballon, aber mit zwei Einlässen und einem meistens geschlossenen Ausgang. Sie dient zum Sammeln des Urins. Mit zunehmender Füllung dehnt sie sich kugelförmig aus. Da sie über ein beeindruckendes Muskelsystem verfügt und durch Sinneszellen mit dem Gehirn verbunden ist, lässt sich das Organ bewusst steuern: Wir wissen, wann wir zur Toilette müssen. Eine gesunde Blase sorgt also dafür, dass wir nicht konstant Urin verlieren und unbekümmert unseren Alltag bewältigen können. 

Die Blase bildet einen Teil unserer Ausscheidungsorgane, deren Funktionen genauestens aufeinander abgestimmt sind: Die Nieren sondern Substanzen ab, welche unser Stoffwechsel nicht (mehr) benötigt, regulieren den Wasser- und Elektrolythaushalt und das Säure-Base-Gleichgewicht. Daraus entsteht als «Abfallprodukt» Urin, der über die beiden Harnleiter in die Blase gelangt und von dort über die Harnröhre aus dem Körper ausgeschieden wird.

Typisch Frau, typisch Mann
Die Harnblase befindet sich im unteren Bereich der Bauchhöhle und liegt – gut eingebettet – auf dem Beckenboden. Innen ist sie mit einer Schleimhaut ausgestattet. Bei Frauen grenzt das Organ an die Gebärmutter und bei  Männern an Samenleiter und Prostata. Bei der Harnröhre zeigen sich geschlechtstypische Unterschiede. Jene der Frauen misst rund vier Zentimeter: Dieser kurze Weg birgt das Risiko, dass Keime wie Bakterien leichter in die Blase gelangen und dort eine Entzündung verursachen. Dies ist ein Grund, weshalb Frauen häufiger von Blaseninfektionen betroffen sind als Männer. Die Harnröhre der Männer ist mit 17 bis 20 Zentimeter deutlich länger und am Blasenboden von der Prostata umschlossen. Auch hier können manchmal Beschwerden auftreten: Wenn sich die Prostata mit zunehmendem Alter vergrössert, kann es zu einer Verengung der Harnröhre kommen. Das  Wasserlassen wird schwieriger und der Harndrang häufiger.

Netzwerk aus Nervenbahnen
In der Regel produzieren wir ein bis zwei Liter Urin pro Tag und gehen vier bis sieben Mal auf die Toilette. Das Fassungsvermögen der Blase ist von der Körpergrösse abhängig. Zudem hat die Trinkmenge einen Einfluss auf das Harnvolumen. Wer viel Flüssigkeit zu sich nimmt, scheidet auch entsprechend mehr aus. Ist die Blase zur Hälfte gefüllt, meldet sich ein Harndrang. Ob und wann wir zur Toilette gehen, wird von einem ausgeklügelten Steuermechanismus bestimmt: Über ein Netzwerk aus Nervenbahnen werden bestimmte Informationen von der Blase über das Rückenmark ins Gehirn transportiert. Dort steuern wir die richtige Entscheidung an: Einerseits sind wir in der Lage, den Urin über mehrere Stunden zu speichern, andererseits können wir die Blase zum richtigen Zeitpunkt und an einem passenden Ort vollkommen entleeren. Der Schliessmuskel der Harnröhre lässt sich also gezielt steuern.

Ventil der Seele
Die Verbindung mit dem Nervensystem macht die Blase als Organ auch äusserst sensibel.  Psychische Faktoren wie Stress, Überbelastung oder Ängste übermitteln Signale an die Blasenmuskulatur oder den Beckenboden. Das führt zu Reizen und zu einem unangenehmen, häufigen Harndrang. Auch hormonelle Schwankungen beeinflussen die Funktion der Harnwege. Das kann besonders während einer Schwangerschaft oder der Menopause zum Ausdruck kommen.

So unterstützen Sie Ihre Blase

Ob Kräutertee, Wasser oder Fruchtsaft: Wer täglich ausreichend trinkt, unterstützt die Blase. Dies hilft auch, um Harnwegsinfekten vorzubeugen. Eine Flüssigkeitszufuhr von täglich mindestens eineinhalb bis zu zwei Litern ist empfehlenswert.

Das Training stärkt die Muskulatur und trägt zum Erhalt der Kontrolle über die Blase bei. Beim Blasentraining lernt man Verhaltensstrategien, um den Harndrang einschätzen und in gewissem Masse verringern zu können. Beim Beckenbodentraining werden Muskeln trainiert, welche die Schliessfunktion der Blase unterstützen.

Gemüse gehört auf den täglichen Menüplan, denn es sorgt für eine ausgeglichene Versorgung mit Mineralstoffen. Bestimmte Vitamine, Mineralien und Pflanzenstoffe können zu unseren Abwehrkräften und so auch zur Blasengesundheit beitragen. Stoffe wie Alkohol und Zigarettenrauch hingegen haben einen negativen Effekt, da sie die Blase reizen.

Spaziergänge und leichte sportliche Aktivitäten wie Yoga stärken das Immunsystem. Dies kommt auch der Blase zugute.

Akute Symptome wie Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen können ein Hinweis auf eine Blasenentzündung sein. Ursache dafür sind häufig Bakterien aus dem Darm, die in die Harnröhre gelangen. Bei Verdacht auf eine Blasenentzündung können Sie Ihre Beschwerden unkompliziert und diskret in der Apotheke abklären lassen. Bei Bedarf wird ein Urintest durchgeführt. Wir klären Sie über die Behandlungsmöglichkeiten auf und Sie erhalten noch vor Ort sofort das richtige Medikament – gegebenenfalls auch ein rezeptpflichtiges.

Eine mögliche Blasenentzündung abklären lassen
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