So gut sie uns tut, so gefährlich kann sie uns werden: die Sonne. Nur wer sich optimal schützt, kann ihre Schattenseiten guten Gewissens ausblenden.

Sommer, das heisst Badi, Glacé – und so richtig Sonne tanken. Ihr Licht, ihre Wärme, ihre Energie: Sonne ist gut fürs Gemüt. Und dies nicht nur gefühlt. So führen ihre Strahlen zu einer höheren Menge des Glückshormons Serotonin, machen also buchstäblich gute Laune. Doch auch unser Körper profitiert. Etwa weil er mithilfe von UV-Strahlen wertvolles Vitamin D bildet, das unter anderem gesunde Knochen und ein funktionierendes Immunsystem ermöglicht.

Doch wie heisst es so schön? Wo Licht ist, ist auch Schatten. Dies trifft im Falle der Sonne nicht nur wortwörtlich zu, sondern auch im Sinne der Redewendung: Das merken wir spätestens, wenn der Nacken nach der Badi rot ist und schmerzt. Die Quittung für zu langes oder ungeschütztes Sonnenbaden kommtbekanntlich sofort. Zwar ist ein Sonnenbrand nach wenigen Tagen überstanden. Doch der damit verbundene Stress für die Haut geht auch langfristig nicht spurlos an ihr vorbei, denn unsere Haut vergisst nichts. Häufige Sonnenbrände, in jedem Alter und insbesondere auch in der Kindheit, erhöhen das Hautkrebsrisiko. Dieses soll laut Studien bereits nach ein paar Sonnenbränden vor dem 20. Geburtstag steigen.

UV-Strahlen als Übeltäter

Was der Haut zu schaffen macht, ist die ultraviolette Strahlung (oder UV-Strahlung) der Sonne. Nicht alle UV-Strahlen sind allerdings gleich gefährlich. Man unterscheidet meist drei Typen an UV-Strahlen: UV-C-Strahlen etwa kommen gar nicht bei uns an, weil sie von der Atmosphäre absorbiert werden. Dagegen dringen UV-B-Strahlen in unsere Oberhaut ein und sind Hauptübeltäter in Sachen Sonnenbrand, UV-A-Strahlen erreichen gar die tiefer liegende Lederhaut. Und beide schädigen das Erbgut unserer Hautzellen. Läuft alles optimal, gleicht unser körpereigenes Reparatursystem zwar die Erbschäden aus. Manchmal jedoch bleiben geschädigte Zellen zurück, beginnen sich zu teilen und führen Jahre später zu Hautkrebs. Und dies immer häufiger: So ist die Zahl der von Hautkrebs Betroffenen markant gestiegen. Man spricht gar von einer Verdoppelung der Neuerkrankungen in den letzten dreissig Jahren. Heute erhalten laut Krebsliga Schweiz jedes Jahr 20’000 bis 25’000 Menschen in der Schweiz die Diagnose weisser (auch heller) Hautkrebs. Schwarzer Hautkrebs, auch Melanom genannt, ist mit 2700 Neubetroffenen jährlich zum Glück seltener, dafür gefährlicher. Denn bei ihm breiten sich Krebszellen häufiger über Lymph- und Blutbahnen im Körper aus und bilden Ableger in Knochen und/oder anderen Organen.

Wichtig ist, eine bösartige Hautveränderung früh zu erkennen. Es lohnt sich, die Haut zu beobachten. Ausschau halten sollte man nach hautfarbenen bis zu rötlichen, warzigen Knötchen, schuppigen oder schorfenden Hautstellen. So etwa zeigt sich weisser Hautkrebs, und dies gern an Stellen, die der Sonne ausgesetzt sind, also an Stirn, Nase, Ohren, Füssen oder Händen. Dagegen entsteht schwarzer Hautkrebs oft aus entarteten Muttermalen und tritt auch an Rumpf, behaarter Kopfhaut, Fusssohlen
oder im Genitalbereich auf, je nachdem, um welche Art von schwarzem Hautkrebs es sich handelt.

Sonnencreme stets griffbereit haben

Um möglichst zu verhindern, dass es überhaupt zu bösartigen Hautveränderungen
kommt, geht nichts über Sonnenschutz. Neben Kleidern, die die Haut bedecken, gehören dazu Sonnencremes, -lotions oder -sprays in Griffnähe – ob in der Badi, beim Wandern oder auch schon auf einer sonnigen Terrasse. Besonders für Kinder und Menschen mit empfindlicher Haut empfehlen sich Produkte mit hohem Lichtschutzfaktor (siehe Tipps). Sorgen um Ihren Teint sind dabei übrigens unbegründet: Die Haut bräunt sich trotz Sonnencreme. Ein hoher Lichtschutzfaktor
verlangsamt allenfalls lediglich den Prozess.

Nicht zuletzt gehört zum guten Sonnenschutz aber auch Schatten. Zumindest zwischen 11 und 15 Uhr, wenn die Sonne am höchsten steht. Rund zwei Drittel der täglichen UV-Strahlung kommen im Sommer in dieser Zeitspanne auf der Erde an. Zeit also für einen leichten Salat und eine ausgedehnte Siesta im Schutz eines Gebäudes … und schon lässt sich die Sonne wieder geniessen.

Eventuell bösartig?

Wichtig ist, eine bösartige Hautveränderung früh zu erkennen. Gerade neue oder sich verändernde Muttermale sollten Sie deshalb im Auge behalten. Die ABCD-Regel hilft beim «Spurenlesen» – und beim Entscheid, ob ein Arztbesuch angezeigt ist.

A für Asymmetrie: Hat das Muttermal keine
symmetrische Form?

B für Begrenzung: Sind die Ränder unregelmässig oder unscharf?

C für Color oder Farbe: Zeigt das Muttermal unterschiedliche Farbflecken (rot, braun, schwarz etc.)?

D für Dynamik oder Entwicklung: Verändert es sich in Grösse, Form, Farbe oder Dicke?

Lautet die Antwort auf eine dieser Fragen «ja», ist ein baldmöglicher Arztbesuch sinnvoll. Dies gilt auch bei juckenden oder blutenden Muttermalen. Ein regelmässiger Arztbesuch – auch ohne besorgniserregende Muttermale – sollte zudem bei erhöhtem Risiko abgesprochen werden. Ein solches tragen zum Beispiel Menschen, die einen sehr hellen Hauttyp oder viele oder unförmige Muttermale haben, unter regelmässigen oder
heftigen Sonnenbränden leiden oder litten oder bei denen es eine Hautkrebsvorgeschichte in der Familie gibt.

FOKUS Familie

Mit diesen Tipps bieten Sie der Sonne die Stirn

Ein Sonnenhut mit Rand, ein T-Shirt, das die Schultern bedeckt, und eine gute Sonnenbrille mit UV-Schutz: Wählen Sie Kleidung, die Haut und Augen schützt.

  • Nutzen Sie Sonnencremes, -lotions oder -sprays mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF). Der LSF gibt an, um welchen Faktor der Eigenschutz der Haut durch den Sonnenschutz erhöht wird. (Bsp.: Beträgt der Eigenschutz 10 Minuten, schützt ein LSF30 theoretisch 300 Minuten lang.)
  • Es gibt Sonnencremes mit chemischen oder physikalischen UV-Filtern. Produkte mit chemischen Filtern wirken erst 30 Minuten nach dem Auftragen, tragen Sie sie also früh genug auf. Cremes mit physikalischen Filtern wirken sofort.
  • Seien Sie grosszügig: Der Körper einer erwachsenen Person benötigt etwa drei gehäufte Esslöffel voll Creme. Cremen Sie zudem häufig nach.
  • Lippen nicht vergessen: Es gibt Lippenpflegestifte mit UV-Schutz.
  • Vorsicht im Wasser oder bei bewölktem Himmel: Ein Grossteil der UV-Strahlung dringt auch durch die Wolkendecke – und bis einen halben Meter tief ins Wasser.
  • Auch unter einem Sonnenschirm oder im Halbschatten ist man nicht restlos geschützt. Verbringen Sie im Hochsommer die Zeit von 11 bis 15 Uhr drinnen oder im Schatten eines Gebäudes.
  • Kinderhaut ist besonders empfindlich. Wenden Sie deshalb alle Tipps umso akribischer bei Kindern an. Und: Babys unter einem Jahr gehören gar nicht in die Sonne.
  • Konsultieren Sie vor dem Baditag oder der Bergwanderung den «UV-Index». Schon ab einem Wert von 3 bis 5 sollte man sich schützen, ab 8 und höher ist guter Sonnenschutz unerlässlich.
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