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APROPOS Ausgabe 4/22
Alles gesund im Mund?

Weil wir ihn so oft brauchen, sind Erkrankungen im Mund besonders lästig. Wir haben häufige «Phänomene» für Sie zusammengetragen – und zeigen, wie Sie diese loswerden.

Von Rahel Lüönd

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Phänomen 1 - Blutendes Zahnfleisch: verhindern durch gründliche Mundhygiene

Hilfe, das Zahnfleisch blutet! Wenn das bei Ihnen öfter der Fall ist, deutet es auf eine mögliche Infektion im Mund hin. Eine relativ unbekannte «Volkskrankheit» ist die sogenannte Gingivitis, eine Zahnfleischentzündung. Bleibt sie unbehandelt, kann sie sich in eine chronische Parodontitis auswachsen, bei der die Entzündung auch die Zähne und die Knochen angreift. Das wirksamste Mittel gegen entzündetes, beziehungsweise blutendes Zahnfleisch, ist eine sorgfältige Mundhygiene. Auf gut gereinigten Zähnen haben Bakterien nämlich einen schweren Stand, um sich festzusetzen. Regelmässig gereinigte Zahnzwischenräume bieten zudem wenig Futter für die kleinen Angreifer.

 


Phänomen 2 - Stress ist eine von 200 Mundgeruch-Ursachen

Mundgeruch ist häufiger, als man denkt: Jeder vierte Mensch leidet ab und zu darunter. Verantwortlich dafür sind meistens übrig gebliebene Speisereste, die sich in der Mundhöhle zersetzen. Wem permanent üble Gerüche aus dem Mund strömen, möchte der Ursache auf den Grund gehen. Das ist allerdings gar nicht so einfach: Es gibt über 200 mögliche Ursachen für Halitosis, wie Mundgeruch in der Fachsprache heisst. Dazu zählen Stress, eine falsche Ernährung oder eine unzureichende Zahnpflege. Darüber hinaus können auch verschiedene Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes zu Mundgeruch führen. Sprechen Sie mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Arzt über mögliche Ursachen. Das Fiese am Mundgeruch ist, dass ihn unsere Mitmenschen in der Regel riechen, bevor wir ihn selbst bemerken. Fragen Sie im Zweifelsfall eine Vertrauensperson oder blasen Sie sich einmal kräftig in die Hand und atmen Sie dann diese Luft ein.

Tipps gegen Mundgeruch

  • Der erste Schritt bei Mundgeruch ist die regelmässige, umfassende Mundreinigung: Beginnen Sie mit einem Zungenschaber, reinigen Sie dann die Zahnzwischenräume und putzen Sie sich anschliessend gründlich die Zähne.
  • Meiden Sie Alkohol, Knoblauch, Fisch und Käse. Diese Lebensmittel begünstigen Mundgeruch.
  • Speisereste entfernen: Oft bleiben kleine Essensreste zwischen den Zähnen unentdeckt. Putzen Sie daher auch die Zahnzwischenräume nach dem Essen.
  • Regen Sie den Speichelfluss z.B. mit reichlich Wasser, Zitronensaft oder anderen Zitrusfrüchten an. Damit können unter Umständen auch verbliebene Speisereste einfach hinuntergespült werden.
  • Wenn nichts davon hilft, gibt es Sprechstunden bei spezialisierten ZahnärztInnen.

Phänomen 3 - Honig gegen wunde Stellen

Wunde Stellen im Mund sind meist harmlos, aber schmerzhaft. Die kleinen Bläschen – sogenannte Aphthen – wie auch andere Entzündungen der Mundschleimhaut können Sie zum Glück gut behandeln. Mit den Wirkstoffen Lidocain oder Polidocanol betäuben Sie die betroffenen Stellen lokal. Das Hausmittel Nummer eins gegen eine entzündete Mundschleimhaut ist übrigens Honig. Wie mehrere Studien belegen, wirkt er im Mund entzündungshemmend. Nehmen Sie dazu einfach einen Löffel davon in den Mund und lassen Sie den Honig einen Moment zergehen, bevor Sie ihn schlucken. Um Ihre Mundflora langfristig zu stärken, helfen natürliche Mundspülungen beispielsweise aus Kamille, Ringelblume und Salbei. Auch Probiotika können eine gesunde Mundflora unterstützen. Bis die Wunden geheilt sind, verzichten Sie am besten auf säurehaltige und scharfkantige Lebensmittel. Heisse oder scharfe Speisen sowie Alkohol und Kohlensäure reizen die wunden Stellen im Mund noch mehr und sollten deshalb für eine Weile vom Speiseplan verschwinden. Führen Sie Ihre Zahnpflege wiegewohnt fort – dies ist wichtig für die Heilung.


Phänomen 4 - Wer schnarcht, leidet eher unter trockenem Mund

Die Zunge klebt, das Sprechen fällt schwer, die Lippen werden spröde: Ein trockener Mund ist unangenehm. Er tritt vor allem am Morgen häufig auf, weil wir nachts weniger Speichel produzieren. Mit etwas Wasser verschwindet er in der Regel wieder. Auch das Kauen von festen Speisen, zum Beispiel einem Rüebli, regt die Speichelproduktion an. Leiden Sie trotzdem weiterhin unter einem trockenen Mund, kann dies verschiedene Ursachen haben. Wer durch den Mund atmet oder schnarcht, hat ein höheres Risiko dafür. Auch Nikotin, Alkohol und bestimmte Medikamente verstärken das Problem. Prüfen Sie zudem die Feuchtigkeit in Ihrer Wohnung: Allenfalls ist das Raumklima schlicht zu trocken. Es gibt verschiedene Mundspülungen und Gels, um das Trockenheitsgefühl im Mund loszuwerden. Dazu zählen Präparate mit der feuchtigkeitsspendenden Hyaluronsäure oder mit dem Protein Lactoferrin. Letzteres ist natürlicherweise in unserem Speichel enthalten und regt dessen Bildung an. Die Heilpflanze Yerba santa hilft, die Feuchtigkeit im Mund auf natürliche Weise zu regulieren.

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