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APROPOS Ausgabe 4/21
Zeckenstiche: rechtzeitig vorbeugen

Quelle: Christoph Läser

Danielle Arnold, Apothekerin und Inhaberin der TopPharm Apotheke Siebnen, beantwortet im APROPOS-Interview die wichtigsten Fragen rund um Zeckenstiche.

Von Jasmin Geissühler

Woran erkenne ich einen Zeckenstich?

Wenn die Zecke noch am Körper ist, lässt sich der Zeckenstich gut von einem Mückenstich unterscheiden; ansonsten ist dies schwieriger, da beide um die Einstichstelle eine Rötung aufweisen können. Die Zecke sieht spinnenartig aus und hat einen kleinen Kopf. Vor dem Blutsaugen ist die Zecke oft kaum sichtbar, weil der Körper klein und hell ist; sobald sie Blut gesaugt hat, wird der Körper grösser und ändert die Farbe auf Braunschwarz.

Welche Symptome deuten auf eine Infektion hin?

Ist die erste Rötung abgeklungen und kommt es innerhalb von vier Tagen bis vier Wochen nach dem Stich zu einer weiteren Rötung – einer sogenannten Wanderröte –, kann dies auf eine Borreliose-Infektion hindeuten. «Wanderröte» deshalb, weil die Einstichstelle meist blass ist und darum herum eine sich ausdehnende, kreisförmige Rötung entsteht. Zu den häufigsten zusätzlichen Symptomen gehören Abgeschlagenheit, grippeartige Symptome, Fieber und Kopfschmerzen. Diese Symptome können allerdings auch auf eine mögliche FSME-Erkrankung hindeuten: In dem Fall treten diese Symptome ein bis zwei Wochen nach dem Stich auf. In vielen Fällen verläuft diese Erkrankung unkompliziert und ist kaum von einem grippalen Infekt zu unterscheiden; bei einer Minderheit der Fälle kommt es jedoch zu einer zweiten Phase der Erkrankung. Damit verbunden können Nackensteifigkeit, Nacken- und Kopfschmerzen und Bewusstseinsstörungen auftreten. Falls Sie Symptome beobachten, die auf eine FSME-Erkrankung oder Borreliose hinweisen, sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Bei wem ist eine FSME-Impfung sinnvoll, und wann ist der ideale Zeitpunkt dafur?

Alle Personen, die sich gerne in der Natur und im Wald aufhalten, können mit der Zeckenimpfung einer FSME-Erkrankung vorbeugen. Aktuell ist die Zeckenimpfung praktisch in der ganzen Schweiz empfohlen, speziell für Personen ab sechs Jahren, die sich oft im Grünen aufhalten. Erwachsene Personen können sich unkompliziert in der Apotheke impfen lassen; Kinder müssen dazu den Kinderarzt aufsuchen. Der optimale Startzeitpunkt für die Zeckenimpfung ist in der kalten Jahreszeit, da dann weniger bis keine Zecken unterwegs sind und man drei Impfungen für einen langfristigen Impfschutz benötigt: Bereits einen Monat nach der ersten Impfung ist eine weitere fällig. Zwei Wochen nach dieser zweiten Impfung ist ein saisonaler Impfschutz da. Die dritte Impfung wird sechs bis zwölf Monate nach der ersten Impfung durchgeführt – damit schützt man sich anschliessend für zehn Jahre. Ab dann ist jeweils eine Auffrischimpfung alle zehn Jahre erforderlich, um den Schutz aufrechtzuerhalten. Jede Auffrischimpfung zählt – falls eine vergessen ging, machen Sie jetzt einen Termin in Ihrer Impfapotheke und holen Sie diese nach.

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Vorbeugende Massnahmen gegen Zeckenstiche:

  • Tragen Sie lange und möglichst helle Kleidung (darauf lassen sich Zecken am besten erkennen) sowie geschlossene Schuhe.
  • Stülpen Sie Socken/Strümpfe über die Hosen.
  • Sprayen Sie Ihre Kleidung und freie Hautpartien mit einem Zeckenschutzmittel ein.
  • Meiden Sie Unterholz und hohe Gräser sowie Büsche und Sträucher.
  • Suchen Sie nach jedem Aufenthalt in Wäldern / auf Wiesen Ihren Körper nach Zecken ab und entfernen Sie diese; duschen Sie anschliessend.
  • Zecken an Kleidern entfernen Sie am besten mit einem Fusselroller.
  • Vorsicht auch beim Liegen im Wald, auf Wiesen sowie in Parks und im Garten!

Hier stechen Zecken besonders gerne zu:

  • Haaransatz
  • Ohren-/Kopfbereich
  • Hals und Nacken
  • Schultern
  • Achselhöhlen
  • Armbeugen
  • Bauchnabel
  • Lendenbereich
  • Oberschenkel-Innenseite und Schamgegend
  • Kniekehlen

Wie Sie eine Zecke selber entfernen können und was es dabei zu beachten gilt, erfahren Sie im Video mit Gian-Battista Camenisch von der TopPharm Apoteca Piz Ot:

Video: SRF, GESUNDHEITHEUTE.