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APROPOS Ausgabe 1/22
«Unser Beruf wird stark aufgewertet»

Vor über zehn Jahren machte Sara Sager die Ausbildung zur Pharma-Assistentin. In der Zwischenzeit hat sie mehrere Weiterbildungen absolviert, unter anderem als Berufsbildnerin. Im Interview erzählt sie, was sie ihren jungen Kolleginnen heute mit auf den Weg gibt.

Interview: Sara Probst

Sara Sager, Mitglied Geschäftsleitung / Pharma-Betriebsassistentin in der TopPharm Apotheke & Drogerie Erlinsbach.

Frau Sager, Hand aufs Herz: Wollten Sie schon immer Pharma- Assistentin werden?

Eigentlich wollte ich wie viele junge Frauen Kleinkinderzieherin werden – habe aber keine Lehrstelle gefunden. Meine Eltern sind beide Drogisten und haben mir eine Ausbildung zur Drogistin oder Pharma-Assistentin nahegelegt, und ich habe mich für Letzteres entschieden. Ich durfte dann 2005 in einer Dorfapotheke in der Nähe von Olten eine Schnupperlehre machen und bekam auch gleich die Lehrstelle.

Wie haben Sie Ihre Lehre erlebt?

Meine Lehre habe ich in einem tollen, familiären Betrieb mit langjährigen Mitarbeitenden absolviert. Ich war überrascht, wie viel Wissen ich mir aneignen konnte, das ich wirklich für mich selber im Alltag anwenden konnte. Trotzdem sah ich den Beruf aber damals nur als eine solide Basisausbildung, nach der ich immer noch etwas völlig anderes machen konnte.

Nun arbeiten Sie immer noch in einer Apotheke …

Ja genau (lacht). Nach Abschluss meiner Lehre arbeitete ich etwa drei Jahre auf dem Beruf und probierte dann verschiedene andere Jobs aus. Ich war beispielsweise bei einer Krankenkasse, bei einer Kosmetikfirma und im Spital tätig. Und doch habe ich am Ende in die Apotheke zurückgefunden, weil mir dieses Umfeld einfach gefallen hat.

Wie sieht Ihr Alltag in der Apotheke heute aus?

Ich nehme in der Apotheke neben der Kundenberatung mehrere Aufgaben wahr – als Teamleiterin kümmere ich mich beispielsweise um die Arbeitspläne und Mitarbeitergespräche, als Netzwerkverantwortliche stehe ich in Kontakt mit der Spitex sowie den Altersheimen und in der Administration bearbeite ich Rezepte sowie Kreditabrechnungen und kommuniziere mit Krankenkassen. Ausserdem bin ich stellvertretend für die Warenbewirtschaftung verantwortlich und übernehme als «TopPharm Skipperin» diverse weitere Aufgaben. Mir gefällt diese Kombination von Büroarbeiten und Kundenberatung sehr gut – das braucht aber auch eine gehörige Portion Organisation.

Sie sind jetzt sogar Geschäftsleitungsmitglied – wie kam es dazu?

In Erlinsbach war ich von Tag 1 an mit dabei – also seit der Eröffnung 2018. In dem Sinn fühlt es sich sowieso wie «meine» Apotheke an, weil ich alles mit aufbauen durfte und die ersten Kundinnen und Kunden miterlebt habe. Meine Chefin, die Geschäftsführerin Monika Wilders, hat von Anfang an viel Wert darauf gelegt, alle Mitarbeitenden in ihren Fähigkeiten zu stärken. Entsprechend kam sie dann auf mich zu und sprach mich auf die Geschäftsleitungsfunktion an. Um diese Herausforderung wahrzunehmen, habe ich letztes Jahr noch die Weiterbildung als Pharma-Betriebsassistentin absolviert.

Weshalb war Ihnen diese Ausbildung so wichtig?

Das BWL-Wissen, das ich mir in der Weiterbildung aneignen konnte, ist für die Funktion sehr hilfreich. Aber die Ausbildung hat mein Denken auch grundlegend geändert – vorher war ich einfach die Mitarbeitende, heute bin ich eher die Arbeitgeberin. Viele Diskussionen über Themen wie Kranksein und Ferien sehe ich jetzt aus einem anderen Blickwinkel. Als Teamleiterin habe ich ausserdem gelernt, wie ich gewisse Gespräche besser angehe und auch Dinge von den Mitarbeitenden annehme. Diesbezüglich habe ich viel dazugelernt durch die Ausbildung und bin weniger «Elefant im Porzellanladen» als früher. Aber mir war es allgemein schon immer wichtig, mich fachlich auf dem Laufenden zu halten und auch stetig dazuzulernen. Deshalb habe ich auch noch eine Weiterbildung zur Visagistin gemacht sowie die Weiterbildung zur Berufsbildnerin.

Was geben Sie Ihren Lernenden als Berufsbildnerin mit?

Ich versuche, ihnen zu vermitteln, dass sie einen Beruf mit viel Verantwortung ausüben. Leider hat der Beruf sogar in unserer Branche wenig Wert – in vielen Apotheken werden die Pharma-Assistentinnen wie Handlanger behandelt. Ihnen wird gar nicht gezeigt, welche Möglichkeiten und Chancen ihnen durch die Ausbildung offenstehen. Das ist enorm schade, weil so viele tolle Menschen diesen Beruf lernen.

Haben Sie sich eigentlich bewusst für die Arbeit in einer TopPharm Apotheke entschieden?

Ja. Ich war vor meiner Stelle in Erlinsbach bereits zufällig in einer TopPharm Apotheke – danach war für mich klar, dass ich unbedingt wieder bei TopPharm arbeiten möchte. Mir gefällt einfach das ganze Konstrukt und die Vision. Durch das breite Weiterbildungsangebot wird unser Beruf stark aufgewertet. Wenn man das möchte, kann man sich bei TopPharm stark weiterentwickeln.

Was sind Ihre weiteren beruflichen Ziele?

Ich würde sehr gerne noch lange in Erlinsbach bleiben. Ich könnte mir aber auch vorstellen, eine Art beratende Funktion für Apotheken auszuüben. Viele Apothekerinnen und Apotheker würden gut daran tun, ihren motivierten Mitarbeitenden mehr Verantwortung zu übertragen – das würde ich neben meinem BWL-Wissen gerne vermitteln. Und der ultimative und zugegebenermassen unrealistische Traum ist natürlich die eigene Apotheke. Ich finde es grundsätzlich einfach spannend, zu sehen, wie sich diese ganze Apothekenwelt weiterentwickelt.


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