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Krankheitsbilder

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Thyreotoxikose

Synonyme: autonomes Adenom, Basedow-Krankheit, Hyperthyreose, Schilddrüsenautonomie, thyreotoxische Krise

Hyperthyreose (ältere Bezeichnung: Thyreotoxikose): Überfunktion der Schilddrüse mit Überangebot an Schilddrüsenhormonen, das zu zahlreichen Krankheitserscheinungen des gesamten Körpers bis hin zur thyreotoxischen Krise führt.

Thyreotoxische Krise (thyreotoxisches Koma): lebensbedrohlicher Zustand durch eine ausser Kontrolle geratene Schilddrüsenüberfunktion.

Basedow-Krankheit: Autoimmunerkrankung, die unter anderem zur Produktion von schilddrüsenstimulierenden Antikörpern führt und so eine Schilddrüsenüberfunktion auslöst.

Schilddrüsenautonomie: Schilddrüsengewebe, das dem körpereigenen Regelkreis zur Aufrechterhaltung eines gleichbleibenden Schilddrüsenhormonspiegels nicht mehr unterliegt und ungebremst Schilddrüsenhormone produziert.

Autonomes Adenom: gutartiger Knoten aus autonomem Schilddrüsengewebe.

Normalerweise wird der Schilddrüsenhormonspiegel durch Fühler im Körper ständig gemessen. Sinkt der Spiegel ab, wird von der Hirnanhangsdrüse der Schilddrüsenaktivator TSH abgegeben. TSH führt zu einer Steigerung der Hormonproduktion in der Schilddrüse und zum Schilddrüsenwachstum. Die Abwesenheit von TSH bremst die Hormonproduktion.

Eine Schilddrüsenüberfunktion wird in den meisten Fällen entweder durch die Basedow-Krankheit oder eine Schilddrüsenautonomie hervorgerufen.

Die Basedow-Krankheit ist eine Autoimmunerkrankung. Durch eine Fehlregulation des Immunsystems kommt es unter anderem zur Produktion von normalerweise im Körper nicht vorhandenen Antikörpern, die ähnliche Wirkungen haben wie der physiologische Schilddrüsenaktivator TSH. Durch die ständige Stimulation der Hormonproduktion kommt es zur Schilddrüsenüberfunktion. Besonders häufig sind Frauen zwischen 25 und 35 Jahren von der Erkrankung betroffen.

Eine Schilddrüsenautonomie ist nicht wie normales Schilddrüsengewebe je nach Bedarf anregbar und bremsbar. In der Abwesenheit von TSH wird normalerweise die Produktion von Schilddrüsenhormonen gestoppt. Die Schilddrüsenautonomie reagiert auf diese Bremse nicht mehr.

Autonomes Schilddrüsengewebe kann einen Knoten in der Schilddrüse, ein autonomes Adenom, bilden oder fein über die gesamte Schilddrüse verteilt sein. Solche Autonomien entwickeln sich besonders häufig in einer seit langem bestehenden Jodmangelstruma.

Zur Hyperthyreose kommt es zunächst nicht, da die Knappheit des Bausteins Jod die Hormonproduktion begrenzt. Sobald sich jedoch die Jodversorgung verbessert, kann akut eine thyreotoxische Krise auftreten. Jodquellen können bestimmte Medikamente (wie das gegen Herzrhythmusstörungen wirksame Amiodaron) oder jodhaltige Röntgenkontrastmittel sein. Auch eine Änderung der Lebensweise, beispielsweise ein Aufenthalt am Meer, kann zu einer plötzlichen Verbesserung der Jodversorgung führen.

Selten können auch andere Ursachen zur Hyperthyreose führen:

hormonproduzierende Schilddrüsenkarzinome
sehr seltene schilddrüsenhormonproduzierende Tumore ausserhalb der Schilddrüse (beispielsweise bestimmte Ovarialtumore)
unkontrollierte Produktion des Schilddrüsenaktivators TSH
Thyreoiditis mit vorübergehender Schilddrüsenüberfunktion
von aussen zugeführtes, überdosiertes Schilddrüsenhormon

Schilddrüsenhormone regen Stoffwechselvorgänge an. Eine Schilddrüsenüberfunktion führt zu gesteigerter körperlicher Aktivität, zu Unruhegefühl, Nervosität und Schlaflosigkeit. Bei ausgestreckter Hand zittern häufig die Finger.

Trotz Heisshungers kann es zur Gewichtsabnahme kommen, da die Körperzellen mehr Energie verbrennen. Die Körpertemperatur erhöht sich, die Haut ist warm und feucht, es kommt zu Schweissausbrüchen, eine warme Umgebung wird als unangenehm empfunden.

Die Darmtätigkeit ist beschleunigt, es kommt zu häufigeren Stuhlentleerungen bis hin zu massiven Durchfällen. Die Haare fallen aus. Auch der Stoffwechsel von Knochen und Muskeln ist beschleunigt. Es kommt zur Muskelschwäche und besonders an Oberarmen und Oberschenkeln zum Muskelabbau.

Das Herz schlägt schneller, der Herzschlag wird oft unangenehm als "Herzklopfen" wahrgenommen. Die Blutdruckamplitude (Abstand des oberen und unteren Blutdruckwerts) ist erhöht. Herzrhythmusstörungen können auftreten.

Bei älteren Menschen ist es oft schwer, eine Hyperthyreose zu erkennen, da sich statt gesteigerter Aktivität häufig Apathie mit Gewichtsverlust, Kräfteverfall und Herzproblemen einstellt.

In den meisten Fällen ist die Hyperthyreose mit einem Kropf verbunden. Im Verlauf der Basedow-Krankheit entwickelt sich meist ein Kropf, da die stimulierenden Antikörper auch das Schilddrüsenwachstum fördern. Autonome Adenome entwickeln sich umgekehrt meist auf dem Boden einer lange bestehenden Jodmangelstruma.

In etwa 40 Prozent der Fälle von Basedow-Krankheit tritt zusätzlich zur Erkrankung der Schilddrüse eine Erkrankung der Augen auf, die so genannte endokrine Orbitopathie. Auffälligstes Symptom ist das Vortreten des Augapfels durch die Einlagerung von Substanzen in die Augenhöhle hinter dem Augapfel.

Die Hyperthyreose kann zur Degeneration von Muskelfasern und zum Untergang von Teilen des Lebergewebes führen. Durch den beschleunigten Knochenstoffwechsel kann sich eine Osteoporose entwickeln.

Die Schilddrüsenhormone machen den Körper gegenüber den Stresshormonen Adrenalin und Noradrenalin empfindlicher. Zahlreiche Wirkungen der Stresshormone sind verstärkt. Der Blutzuckerwert erhöht sich. Die Herzaktivität ist gesteigert, es kommt zu einer Herzvergrösserung. Gefährliche Herzrhythmusstörungen können auftreten. War das Herz schon vor dem Auftreten der Hyperthyreose erkrankt, kann es jetzt zu Angina pectoris bis hin zum Herzinfarkt kommen. Die Pumpleistung kann so weit absinken, dass der Körper nicht mehr ausreichend versorgt ist.

Bei stark erhöhten Schilddrüsenwerten kann es zur thyreotoxischen Krise kommen. Auch ohne weiteren Anstieg der Schilddrüsenhormone kann sie plötzlich einsetzen, wenn der Körper beispielsweise durch eine Infektionskrankheit oder eine Operation geschwächt wird.

Die thyreotoxische Krise ist ein lebensbedrohlicher Zustand mit

Angst und einem deliranten Zustand bis hin zum Koma
Muskelschwäche
Erbrechen und Durchfällen
Fieber bis 41° Celsius mit starkem Schwitzen und rascher Austrocknung des Körpers
hochgradiger Beschleunigung des Herzschlags
gefährlichen Herzrhythmusstörungen
Kreislaufversagen

Die Therapie muss auf einer Intensivstation erfolgen!

Die Basedow-Krankheit wird in der Regel durch Medikamente behandelt, welche die Produktion von Schilddrüsenhormonen blockieren, so genannte Thyreostatika. Es handelt sich um unter Umständen sehr nebenwirkungsreiche Medikamente, die eine sorgfältige Überwachung von Therapie und Dosierung notwendig machen.

Thyreostatika werden in der Regel über ein bis zwei Jahre gegeben. Dann kann unter sorgfältiger Überwachung ein Absetzversuch gemacht werden. Etwa die Hälfte der Patienten bleibt rückfallfrei.

Werden die Medikamente nicht gut vertragen oder soll neben der Hyperthyreose auch ein grosser, störender Kropf behandelt werden, bietet sich eine operative Entfernung der Schilddrüse an. Die Operation darf aber keinesfalls durchgeführt werden, solange eine Hyperthyreose besteht, da es sonst zur thyreotoxischen Krise kommt. Eine Vorbehandlung mit Thyreostatika ist erforderlich.

Mögliche Komplikationen der Operation sind Verletzung des Rekurrensnervs, der die Kehlkopfmuskulatur versorgt, und die versehentliche Mitentfernung der Nebenschilddrüsen. Zur Verletzung des Rekurrensnervs mit vorübergehender oder bleibender Heiserkeit kommt es in etwas mehr als einem Prozent der Fälle. Eine Schädigung der Nebenschilddrüse ist heute sehr selten. Die Nebenschilddrüsen spielen eine wichtige Rolle bei der Regulation des Kalziumhaushaltes. Durch ihre Entfernung kommt es zum Absinken der Kalziumkonzentration im Blut mit Muskelkrämpfen.

Nach der Operation (und nach der zur Behandlung der Basedow-Krankheit selten eingesetzten Radiojodtherapie) reicht das verbleibende Schilddrüsengewebe zur Aufrechterhaltung einer normalen Hormonversorgung häufig nicht aus. Ein dauerhafter Schilddrüsenhormonersatz kann notwendig werden.

Bei der Schilddrüsenautonomie ist in den meisten Fällen die Radiojodtherapie die Behandlung der Wahl. Bei der Radiojodtherapie wird radioaktives Jod verabreicht. Wie normales Jod wird es aktiv von den Zellen aufgenommen, die Jod als Baustein zur Produktion von Schilddrüsenhormonen benötigen. Das radioaktive Jod bestrahlt dann gezielt diese Zellen aus deren Innerem heraus.

Im Falle einer Schilddrüsenautonomie findet praktisch die gesamte Produktion von Schilddrüsenhormonen in den autonomen Bezirken statt. Durch die Radiojodtherapie erfolgt also eine selektive Behandlung der erkrankten Bezirke; das gesunde Schilddrüsengewebe wird geschont. Nach der Radiojodtherapie von Schilddrüsenautonomien kommt es deshalb meist nicht zum Auftreten einer Hypothyreose.

Bis zum Absinken der Schilddrüsenhormonspiegel nach Radiojodtherapie können mehrere Wochen vergehen. Zwischenzeitlich kann noch eine Medikation mit Thyreostatika notwendig sein. Zur Dauertherapie der Schilddrüsenautonomie sind Thyreostatika jedoch nicht geeignet. Alternativ zur Radiojodtherapie kann eine Operation erfolgen.

Zur Vorbeugung einer thyreotoxischen Krise empfiehlt es sich, vor der Gabe von jodhaltigen Medikamenten insbesondere bei älteren Menschen darauf zu achten, ob ein knotiger Kropf besteht. Dann besteht Verdacht, dass Schilddrüsenautonomien vorliegen, und es sollten weitere Untersuchungen erfolgen.

Bekannte autonome Schilddrüsenbezirke sollten schnellstmöglich behandelt werden. Solange eine Schilddrüsenautonomie besteht, darf keinesfalls Jod verabreicht werden!

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