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Thyreoiditis (Thyreoiditis de Quervain, Hashimoto-Thyreoiditis, Riedel-Struma)

Synonyme: Schilddrüsenentzündung

Eine Thyreoiditis ist eine Entzündung des Schilddrüsengewebes unterschiedlicher Ursache. Je nach Ursache kommt es zu einem unterschiedlichen Verlauf.

Die Thyreoiditis de Quervain ist eine besondere Verlaufsform der Schilddrüsenentzündung, die im Anschluss an einen Virusinfekt auftritt und mit starkem Krankheitsgefühl und Schmerzen verbunden ist, aber von selbst ausheilt.

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Schilddrüsenentzündung, die in der Regel zur bleibenden Schilddrüsenunterfunktion führt.

Die Riedel-Struma ("eisenharte" Struma) ist eine seltene Sonderform der Thyreoiditis mit Einlagerung von sehr festem Bindegewebe in die Schilddrüse und ihre Umgebung.

Je nach Verlauf wird unterschieden zwischen der akuten, der subakuten und der chronischen Thyreoiditis.

Die akute Thyreoiditis wird meist durch eine Infektion mit Bakterien, Pilzen oder anderen Mikroorganismen ausgelöst. Sie kann aber auch im Anschluss an eine Bestrahlung oder Verletzung der Schilddrüse auftreten.

Die subakute Thyreoiditis (Thyreoiditis de Quervain) tritt bei Menschen mit erblicher Neigung zu dieser Erkrankung im Anschluss an einen Virusinfekt auf. Am häufigsten betroffen sind Frauen zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr.

Die chronische Thyreoiditis (Hashimoto-Thyreoiditis) ist eine Autoimmunkrankheit. Durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems kommt es zur Bildung von Antikörpern gegen verschiedene Bestandteile des Schilddrüsengewebes. Es entwickelt sich eine Entzündungsreaktion mit Zerstörungen in der Schilddrüse. Auch zu dieser Form der Schilddrüsenentzündung gibt es eine erbliche Neigung. Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer.

Bei der akuten Thyreoiditis besteht Fieber, die Schilddrüse ist geschwollen und schmerzhaft. Die Haut über der Schilddrüse ist gerötet und fühlt sich warm an, die umgebenden Lymphknoten sind vergrössert. Es kann zur Bildung von eitrigen Abszessen in der Schilddrüse kommen. Die Produktion von Schilddrüsenhormonen ist in der Regel normal.

Die subakute Thyreoiditis de Quervain ist mit einem sehr starken Krankheitsgefühl und mit körperlicher Schwäche verbunden. Muskelschmerzen und Fieber können auftreten. Es kommt zu einer extremen Beschleunigung der Blutsenkung. Die Schilddrüse ist schmerzhaft, der Schmerz strahlt zum Ohr, in den Unterkiefer und in den Kopf aus. In der ersten Erkrankungsphase besteht Hyperthyreose, später kommt es zur Schilddrüsenunterfunktion. Die Thyreoiditis de Quervain kann monatelang schwelen, heilt aber schliesslich von selbst aus. Die Schilddrüsenwerte normalisieren sich.

Eine andere, seltenere Form der subakuten Thyreoiditis unterscheidet sich von der Thyreoiditis de Quervain. Es treten keine ausgeprägten Entzündungszeichen auf, die Schilddrüse ist nicht schmerzhaft. Es kommt plötzlich zu den Symptomen einer Hyperthyreose, die nach kurzer Zeit in eine Hypothyreose umschlägt. Auch diese Form der Thyreoiditis heilt von selbst aus. Besonders häufig betroffen sind Frauen drei bis sechs Monate nach einer Entbindung ("Postpartum-Thyreoiditis").

Die chronische Hashimoto-Thyreoiditis führt kaum zu unmittelbaren Beschwerden. Probleme bereitet vor allem die Beeinträchtigung der Schilddrüsenfunktion. Im frühen Verlauf der Erkrankung kommt es manchmal zu einer vorübergehenden Hyperthyreose, dann entwickelt sich eine bleibende Hypothyreose.

Es können nicht mehr genug Schilddrüsenhormone gebildet werden, weil grosse Teile der Schilddrüse durch die chronische Entzündung zerstört sind. Manchmal liegen zusätzlich besondere Antikörper vor, die die Wirkung des Schilddrüsenaktivators TSH an den verbliebenen Schilddrüsenzellen blockieren. Die Schilddrüsenhormone nehmen so noch weiter ab.

In 75 Prozent der Fälle von chronischer Thyreoiditis entwickelt sich im Verlauf der Erkrankung ein Kropf, der durch Druck auf umgebende Halsorgane zu Problemen führen kann. Häufig treten auch zusätzlich weitere Autoimmunkrankheiten auf.

Die Riedel-Struma ist eine sehr seltene Sonderform der Thyreoiditis. Es kommt zu einer Fibrosierung der Schilddrüse und ihrer Umgebung, das heisst, es wird sehr hartes, chronisch entzündetes Bindegewebe eingelagert. Die Schilddrüse ist dann gegen ihre Umgebung nicht mehr verschieblich und wird "eisenhart". Manchmal kommt es zusätzlich zu Fibrosierungen in anderen Körperregionen.

Eine bleibende Hypothyreose ist regelmässig Folge der Hashimoto-Thyreoiditis, kann sich aber auch bei einer Riedel-Struma entwickeln oder in seltenen Fällen nach einer akuten Thyreoiditis, wenn durch die Infektion ein grosser Teil der Schilddrüse zerstört wurde.

Entwickelt sich durch eine Thyreoiditis ein Kropf, kann es zu Komplikationen wie beim Jodmangelkropf kommen. Die Riedel-Struma kann andere Halsorgane, insbesondere die Luftröhre ummauern.

Die akute Thyreoiditis wird antibiotisch behandelt. Wenn sich Abszesse gebildet haben, sollte der Eiter entleert werden.

Für die subakute und die chronische Thyreoiditis steht (noch) keine ursächliche Therapie zur Verfügung. Es können jedoch Beschwerden gelindert und eine normale Versorgung mit Schilddrüsenhormonen sichergestellt werden.

Gegen das starke Krankheitsgefühl bei der subakuten Thyreoiditis sind entzündungshemmende Schmerzmittel oft gut wirksam. Reicht dies nicht aus, hilft eine Therapie mit einem Kortisonpräparat über etwa vier Wochen.

Die Schilddrüsenüberfunktion, die manchmal vorübergehend im Rahmen der Thyreoiditis auftritt, spricht auf die übliche Behandlung der Hyperthyreose nicht an. Behandelt werden kann mit Beta-Blockern.

Kommt es zur Hypothyreose, werden die fehlenden Schilddrüsenhormone ersetzt. Verwendet wird L-Thyroxin.

Bei der Riedel-Struma können oft nur chirurgische Massnahmen eine Ummauerung der Luftröhre verhindern. Da die Schilddrüse mit der Umgebung verwachsen ist und nicht entfernt werden kann, wird ein Keil ausgeschnitten, um die Luftröhre frei zu halten.