17. Mai 2012
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15. Mai 2012
Ständige Überstunden fördern Depressions-Risiko
Ständige Überstunden erhöhen das Risiko für eine schwere Depression. Dies ergab eine Langzeitstudie mit mehr als 2000 Angestellten britischer Behörden, wie ein internationales Forscherteam im Fachmagazin "PLoS ONE" berichtet.
Bei Menschen mit drei bis vier Überstunden täglich war demnach die Wahrscheinlichkeit für eine schwere Depression deutlich höher als bei Angestellten ohne Mehrarbeit. In die Studie flossen Daten von 1626 Männern und 497 Frauen ein, im Mittel waren sie 47 Jahre alt.
Die Studienteilnehmer wurden zwischen 3,8 und 7,2 Jahre begleitet und immer wieder untersucht und befragt, wie die Forscher um Marianna Virtanen vom University College London und dem Institut für Arbeitsmedizin in Helsinki berichten. Elf Prozent arbeiteten im Schnitt elf Stunden und mehr am Tag.
Verdoppeltes Risiko
Bei einer ersten Untersuchung wurde ausgeschlossen, dass die Angestellten bereits psychische Beschwerden hatten. Insgesamt entwickelten 3,1 Prozent der 2123 Befragten (66 Menschen) eine schwere Depression. Bei den 1105 Menschen mit 7 bis 8 Arbeitsstunden waren es 38, bei den 227 Befragten mit 11 bis 12 Stunden 10 Betroffene.
Bei diesen Zahlen wurde anschliessend der Einfluss anderer Faktoren herausgerechnet. Demnach war die Wahrscheinlichkeit für eine schwere Depression bei den Vielarbeitern doppelt so hoch wie bei Angestellten ohne Überstunden.
"Auch wenn gelegentliche Überstunden Vorteile für den Einzelnen und die Gesellschaft haben können, ist es doch wichtig zu betonen, dass übermässige Arbeitsstunden auch mit einem höheren Risiko für schwere Depressionen einhergehen", erklärte Virtanen in einer Mitteilung zur Studie.
Stress und Konflikte
Die Autoren schränken ein, dass sie keine "plausiblen Erklärungen" für das vermehrte Auftreten von Depressionen bei Überstunden aus den Ergebnissen ziehen können. Aus anderen Studien gebe es aber Hinweise, dass viel Zeit im Job zu Familienkonflikten, weniger Entspannung zwischen den Arbeitstagen und mehr Stresshormonen im Blut führen könne.
Die Daten der Studie stammen aus der Whitehall-II-Studie, die 1985 in London begann und mehr als 10'000 Angestellte von britischen Behörden einbezieht.
Generell gelten diese Studienteilnehmer als gesünder als der Durchschnitt der Bevölkerung.
Niedrige Depressionsrate
Die Rate schwerer Depressionen etwa liege mit 3,1 Prozent niedriger als in anderen Studien aus der Normalbevölkerung, die auf Werte von etwa 5 Prozent kämen, erläutern die Forscher. Weitere Studien beispielsweise mit Fabrikarbeitern oder im privaten Sektor seien daher nötig.
Auch gebe es Untersuchungen, die bei der Rate an Depressionen zu anderen Ergebnissen kommen. Oft sei nicht eindeutig definiert, ab wann von Überstunden gesprochen werden könne. Im Jahr 2010 hatten die Autoren bereits berichtet, dass Mehrarbeit schädlich für das Herz sein kann.
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