17. Mai 2012
16. Mai 2012
15. Mai 2012
Neue Form des BSE-Eiweisses
Schweizer Forscher haben bei zwei Kühen eine wahrscheinlich neue Form des Eiweisses gefunden, das den Rinderwahnsinn BSE verursacht. Um sicher zu sein, dass es sich um einen neuen BSE-Typ handelt, sind nun aufwändige Tests im Gang.
BSE wird durch so genannte Prionen verursacht. Falten sich diese körpereigenen Eiweisse falsch, beginnen sie langsam das Gehirn zu schädigen. Bisher sind drei verschiedene BSE-Typen bekannt, die sich voneinander in der Form und der Grösse des Prion-Proteins unterscheiden.
Nun haben Forscher der Universität Bern und des Bundesamtes für Veterinärwesens (BVET) womöglich einen vierten Typ entdeckt, wie sie im Fachmagazin "Emerging Infectious Diseases" berichten. Bei zwei verendeten Kühen aus den Kantonen Bern und St. Gallen fanden sie eine Prionenform, die nicht mit den drei bisher bekannten übereinstimmt.
Klassisch und atypisch
Das BVET hatte die beiden BSE-Fälle in diesem Frühling gemeldet. Damals sei aber noch nicht klar gewesen, um was für einen Prionen-Typ es sich gehandelt habe, sagte Torsten Seuberlich, Laborleiter BSE an der Uni Bern, auf Anfrage.
Die allermeisten BSE-Fälle gehen laut ihm auf den klassischen Prion-Typ zurück.
Daneben fanden sich in den letzten Jahren weltweit bei etwa 50 Tieren so genannte atypische Fälle, die auf zwei andere Prion-Typen zurückgingen. Im Gegensatz zum klassischen Prionentyp sind die beiden bisher bekannten atypischen Formen nach heutigem Wissensstand nicht von Tier zu Tier übertragbar.
Die neu gefundene Form habe Parallelen zu den bisher bekannten atypischen Formen, sagte Seuberlich. Bei der Interpretation der Funde gelte es aber, vorsichtig zu sein. Denn es sei noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen, ob es sich wirklich um einen neuen, vierten BSE-Typ handle.
Keine neue BSE-Welle
Denn die beiden fraglichen Kühe waren keine BSE-Verdachtsfälle. Sie wurden nach ihrem Tod im Rahmen von Routineuntersuchungen auf BSE getestet - und das Test- Material sei bereits im Begriff der Verwesung gewesen, sagte Seuberlich. Theoretisch sei es möglich, dass die Verwesung die Prion-Proteine verändert habe.
Ob es sich wirklich um eine neue BSE-Form handelt, und ob sie infektiös ist, wird momentan bei Mäusen und Rindern getestet. Diese Infektionsstudien seien aber aufwändig und langwierig, sagte Seuberlich. So oder so gibt es aber keinen Grund zur Panik, es rollt keine neue BSE-Welle durch die Schweiz.
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