17. Mai 2012
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Latrinen halbieren das Risiko für Wurmerkrankungen
Über eine Milliarde Menschen leiden an einer Wurminfektion. Eine Übersichtsstudie von Forschern am Schweizerischen Tropen- und Public-Health- Institut (Swiss TPH) zeigt nun, dass der Zugang zu einfachen Latrinen das Infektionsrisiko halbiert.
Spulwürmer, Peitschenwürmer und Hakenwürmer sind Parasiten, die im menschlichen Darm leben. Betroffen sind meist Menschen in tropischen und subtropischen Regionen, in denen die hygienischen Bedingungen miserabel sind, wie Forscher um Jürg Utzinger vom Swiss TPH, das der Universität Basel assoziiert ist, im Fachmagazin "PLoS Medicine" schreiben.
Infizierte Menschen scheiden Wurmeier mit ihrem Stuhl aus. In Gebieten, in denen Menschen ihr Geschäft oft im Freien verrichten, wird so der Boden mit Wurmeiern kontaminiert. Das führt zu neuen Infektionen, wenn Menschen zum Beispiel rohes Gemüse von diesen Böden essen oder ihre Hände nach dem Kontakt mit der Erde nicht waschen.
Rasche Neuinfektion
Seit dem Jahr 2001 empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO, dass Risikogruppen regelmässig mit Medikamenten entwurmt werden. Diese Therapien töten zwar die Würmer ab, verhindern jedoch nicht eine rasche Neuinfektion danach. Die Basler Forscher untersuchten darum, wie stark sanitäre Anlagen - einfache Latrinen - Wurminfektionen reduzieren helfen.
Die Wissenschaftler analysierten dazu 36 frühere Studien. Das Resultat: Für Menschen, die Zugang hatten zu einer Latrine, war das Infektionsrisiko lediglich halb so gross wie für Menschen ohne sanitäre Anlagen. Das zeige, dass sanitäre Anlagen ein effizientes Mittel seien, um Wurminfektionen zu bekämpfen, schreiben die Forscher.
Gestörte Entwicklung
Laut ihnen würden nicht nur die Opfer von Wurminfektionen von sanitären Anlagen profitieren. Auch andere Krankheiten wie Bilharziose könnten so besser kontrolliert werden. Zudem würde dadurch die Zahl der Durchfallerkrankungen und dadurch die Kindersterblichkeit deutlich gesenkt.
Ein Grund dafür ist, dass Infektionen mit parasitären Würmern selbst Durchfall und Unterernährung verursachen können, wie das Swiss TPH in einer Mitteilung schreibt. Das wiederum beeinträchtige die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern.
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